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Raumbezogene Risiko- und Klimafolgenforschung

ESPON 1.3.1: Räumliche Auswirkungen von Katastrophen (2002- 2005)

Im Jahre 2002 startete die Europäische Kommission das European Spatial Planning Observation Network (ESPON) als umfassendes transnationales System für die laufende Raumbeobachtung und Prognosen. Die Aufgaben von ESPON sind:

  1. die wichtigsten Einflussfaktoren für eine polyzentrischere europäische Raumstruktur zu bestimmen,
  2. räumliche Indikatoren und Typologien zur Erkennung und Messung räumlicher Trends zu erarbeiten,
  3. Analyseinstrumente zur Erkennung struktureller Probleme und Potentiale zu entwickeln,
  4. die räumlichen Auswirkungen der Fach- und Strukturpolitiken der EU zu untersuchen und
  5. integrierte Politikinstrumente zur Förderung einer ausgewogenen und polyzentrischen Raumentwicklung im Rahmen des Europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK) vorzuschlagen.


Naturkatastrophen sind seit jeher eine vertraute Erscheinung für menschliche Siedlungen. Technische Katastrophen sind neueren Ursprungs, aber nicht weniger vielfältig. Das zerstörerische Potential technischer Katastrophen ist ebenso groß wie, wenn nicht größer, als das natürlicher Katastrophen. Das Schmelzen eines Atomreaktors ist vielleicht der schwerste denkbare technische Unfall. Aber es gibt viele andere schwerwiegende technische Katastrophen wie Unfälle in der Chemie- oder Mineralölindustrie oder Bergbauunglücke. Es gibt auch Kombinationen von natürlichen und technischen Katastrophen wie Flussüberschwemmungen, deren Auswirkungen durch Wasserbaumaßnahmen zur Begradigung von Flüssen verstärkt werden. Darüber hinaus können Klimaveränderungen die Auswirkungen von Katastrophen vervielfältigen, die in der Vergangenheit als geringfügig angesehen wurden, sich aber plötzlich zu schweren Bedrohungen entwickeln, wie etwa Dürreperioden, die zu ausgedehnten Waldbränden führen oder heftige Stürme, die vormals sichere Küstengebiete verwüsten.


ESPON 1.3.1 wird natürliche und technische Katastrophen klassifizieren und Städte und Regionen hinsichtlich ihrer Verwundbarkeit durch Katastrophen bewerten. Verwundbarkeit ist dabei definiert als die mangelnde Fähigkeit von Städten und Regionen, die Auswirkungen natürlicher und technischer Katastrophen vorherzusehen, mit ihnen umzugehen, ihnen zu widerstehen und sich von ihnen zu erholen. Das Projekt wird die Zusammenhänge zwischen den natürlichen und gesellschaftlichen Aspekten der Verwundbarkeit durch Katastrophen herausarbeiten. Das Verstehen der Ursachen der Verwundbarkeit ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von Instrumenten des Katastrophenmanagements und zielgerichteten raumplanerischen Reaktionsmaßnahmen. Dabei ist es das Ziel, die Möglichkeiten der Raumplanung für eine langfristige Verminderung der Verwundbarkeit von Regionen, insbesondere die Reduzierung von Schadenspotentialen und die Stärkung der Reaktionsfähigkeit gegenüber Katastrophen, herauszuarbeiten.


ESPON 1.3.1 ist eine Zusammenarbeit von sechs Forschungsinstituten aus Deutschland, Finnland Portugal und Schweden koordiniert vom Geological Survey of Finland in Espoo.

Ansprechpartner: Dr. rer. pol. Mark Fleischhauer, Prof. Dr.-Ing. Stefan Greiving

Weitere Informationen: www.espon.lu

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