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Raumbezogene Risiko- und Klimafolgenforschung

Midir - Multidimensional Integrated Risk Governance (2006- 2008)

MIDIR (Multidimensional Integrated Risk Governance) war ein europäisches Forschungsprojekt. Es wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des 6. Rahmenprogramms für Forschung- und Technologieentwicklung (Bereich „Wissenschaft und Gesellschaft“) unterstützt und sollte dazu beitragen, den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft zu fördern. Sechs Partner – das Institut für Bevölkerungs- und Sozialpolitik (Italien), die Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung (Deutschland), iku GmbH (Deutschland); Gaiasoft International Ltd. (Großbritannien), das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz (Deutschland) und die Region Lazio (Italien) – arbeiteten bis März 2008 an einem integrativen und multidimensionalen Risk-Governance-Konzept.

Hintergrund & Ziele
Erfahrungen in verschiedenen Risikofeldern – von Naturkatastrophen bis Technologiegefahren – haben gezeigt: Wissenschaftler, staatliche Entscheidungsträger und potenziell Betroffene nehmen Risiken unterschiedlich wahr. In der öffentlichen Diskussion geht es häufig nicht um Fakten, statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten oder mögliche Schäden. Staatliches Handeln findet häufig wenig Akzeptanz und stößt mitunter auf Misstrauen unter den Anspruchsgruppen. Das MIDIR Projekt wollte vor diesem Hintergrund angemessene Strategien und Instrumente zum Umgang mit Risiken verfügbar machen. Für mehr Partizipation in Risikoabschätzung und Entscheidungsfindung, um den Entscheidungsprozess demokratischer und die Qualität der Analyse besser zu machen. Für mehr Legitimität und Toleranz für politische Entscheidungen und staatliches Handeln. Das Hauptziel von MIDIR war die Entwicklung eines integrativen und multidimensionalen Risk-Governance-Konzeptes. Dazu entstand ein Indikatorensystem:

  • Teil A: prozedurale und methodische Aspekte, die für jedes Risikothema anwendbar sind und
  • Teil B: kontextbezogene Aspekte, die je nach Risiko individuell definiert werden müssen.

Dieses Konzept sollte (EDV-gestützt) auch illustrieren, inwieweit bestehendes Handeln den Prinzipien des Risk-Governance entspricht. Risk-Governance stellt dabei einen Weg dar, mit dessen Hilfe das materielle Ziel „Resilienz”, d. h. Anpassungsflexibilität angesichts bestehender Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen, erreicht werden soll. Das MIDIR-Konzept wurde so angelegt, dass es in erster für Linie politisch-administrative Entscheidungsträger eine praktikable Arbeitshilfe darstellt. Darüber hinaus können auch Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen davon profitieren. Sie erhielten Anregungen für ein umfassendes, dialog-orientiertes Risikomanagement. Das MIDIR-Projekt lief in drei Schritten ab:

  • Entwicklung eines übergreifenden Risk Governance Konzeptes (2006)
  • Zwei Fallstudien zur Erprobung dieses Konzeptes in Risikomanagementkulissen unterschiedlicher Kulturen (2007) sowie
  • Aktivitäten der Vernetzung, Kommunikation und Verbreitung des Konzeptes.

Die Fallstudien fanden schwerpunktmäßig in Deutschland und Italien statt und behandelten folgende Themen:

  • Maßregelvollzug (Forensische Psychiatrie)
  • Elektronischer Handel (e-commerce) mit Gesundheitsdienstleistungen Beide Risikokulissen sind noch relativ neu in der öffentlichen Diskussion.

Sie wurden ausgewählt, weil sie durch große Ungewissheit und Vieldeutigkeit (d.h. Pluralität der unterschiedlichen Interessen, Prioritäten, Verständnisse, Werte usw.) gekennzeichnet sind.

Das Europäische Projekt MIDIR (Multidimensional Integrated Risk Governance) wurde im Mai 2008 mit einer internationalen Konferenz in Rom abgeschlossen. An der Konferenz nahmen Vertreter diverser internationaler Einrichtungen (Ministerien, Kliniken, Forschungsinstitute u.a.) teil und diskutierten über die theoretischen und praktischen Ergebnisse des MIDIR-Projektes sowie deren Übertragbarkeit. Die Projektergebnisse erwiesen sich als zukunftsweisend und anwendbar für die weitere Arbeit der jeweiligen Behörden sowie Institutionen. In den nächsten Wochen führt der italienische Projektpartner IRPPS (Istituto di ricerche sulla Popolazione e le Politiche Sociali, Institute of Research on Population and Social Policies) eine online-basierte Befragung bzgl. der weiteren Übertragbarkeit und Anwendbarkeit der MIDIR Methodologie durch. Der Abschlussbericht des Projektes wird demnächst auf der Projekt-Website verfügbar sein, wo auch diverse andere Dokumente zu finden sind. Zudem sind Veröffentlichungen der Projektergebnisse geplant.

Die Broschüre zu diesem Projekt, in englischer Sprache, kann hier heruntergeladen werden.

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Stefan Greiving, Dr.-Ing. Sylvia Wanczura

Weitere Informationen: http://www.midir.eu

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