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Metropolenforschung und Strukturwandel

Regionale Selbstorganisation (1993- 1995)

Theorien der Selbstorganisation befassen sich mit komplexen Strukturen, ihren internen Korrelationen und Steuerungsmechanismen, die unabhängig von der Umwelt wirken und sich daher einer direkten Beeinflussung von außen entziehen. Komplexität ist ein verschachteltes, mehrstufiges Beziehungsgefüge von Wechselwirkungen und Rückkopplungen. Komplexe gesellschaftliche Systeme können nicht ohne weiteres durch Intervention gesteuert werden. In dem Projekt 'Theorie und Praxis von Konzepten regionaler Selbstorganisation - am Beispiel von neuen Institutionen der Regionalentwicklung in Nordrhein-Westfalen' wurden regionale Institutionen und Akteure, ihre Organisationsstrukturen und Beziehungsformen untersucht, um festzustellen, auf welche Weise Komplexität verarbeitet wird. Zugleich ging es darum, aufzuspüren, wo Potentiale für regionale Selbstorganisation bestehen und unter welchen Bedingungen sie sich entfalten können. Es wurden Interviews mit Vertretern von neuen Institutionen (u.a. Emscher-Lippe-Agentur, Entwicklungsagentur Östliches Ruhrgebiet, Regionalbüros, Regionalsekretariate, regionale Koordinierungsstellen) und von Verwaltungen (u.a. kommunale Ämter für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, Regierungspräsidenten) geführt. In der Untersuchung wurde festgestellt, daß es für einige Institutionen schwer ist, interne Selbstorganisationsprozesse zu entwickeln, um als Träger und Initiatoren von sozialen und ökonomischen Innovationen zu fungieren. Nur ein Teil der Institutionen thematisiert und nimmt bewußt veränderte Handlungsstrategien auf, die auf Reflexion, Selbstthematisierung, Offenheit und Selbstorganisation beruhen. Diejenigen Institutionen entwickeln am ehesten Selbstorganisationspotentiale und kreative Ideen, die sich in einem besonders schwierigen und komplexen Aufgabenfeld bewegen, über ein hohen Maß an Autonomie, aber über wenig Ressourcen verfügen, sich nicht von bestimmten Vorgaben und Konzepten abhängig machen, innere und äußere Schwierigkeiten nicht verdrängen und von Personen getragen werden, die wenig hierarchisch denken und vorgehen. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Bearbeiterin war Susanne Blaffert unter Mitarbeit von Monika Schulte. Ein Bericht über das Forschungsprojekt liegt vor. (siehe Veröffentlichungen).

Ansprechpartner: IRPUD Sekretariat

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