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Nachhaltige Raumentwicklung

Akteure, Beweggründe, Triebkräfte der Suburbanisierung (2005- 2006)

Motive des Wegzugs - Einfluss der Verkehrsinfrastruktur auf Ansiedlungs- und Mobilitätsverhalten

Stadt-Umland-Wanderungen haben vielfältige, zumeist negative Auswirkungen auf Stadt-, Raum- und Verkehrsentwicklung. In den Städten führt dieser Trend zu sinkenden Steuereinnahmen, unterausgelasteten Infrastruktureinrichtungen und trägt zur sozialen Entmischung bei. Die Stadtregion als Ganzes wird belastet durch Zersiedlungserscheinungen und einer damit verbundenen Zunahme des motorisierten Individualverkehrs.

Die Beschreibung des Phänomens und dessen Folgen ist ebenso wenig neu wie die Entwicklung von Gegenstrategien. Diese greifen aber i.d.R. nicht im gewünschten Maße. Vor dem Problem zu resignieren wäre aber schon allein aufgrund der hohen gesamtwirtschaftlichen Kosten der Suburbanisierung unverantwortlich. Ansatzpunkte dafür, weiter nach Möglichkeiten zur Begrenzung der Stadt-Umland-Wanderung zu suchen, liegen zum einen in der fortwährenden Ausdifferenzierung von Wohnstandortentscheidungen. Das pauschale Bild von der Familie, die ein Eigenheim im Umland kauft, ist längst überholt, Gegenstrategien zielen aber vorrangig auf diese Bevölkerungsgruppe. Zum anderen ist zu beobachten, dass Kostenvorteile im Umland häufig überschätzt werden. Oft ist der Pendelweg doch eine weit größere zeitliche und finanzielle Belastung als man sich vorher - verklärt durch niedrige Bodenpreise und Wohnkosten - einzugestehen in der Lage war.

Aus diesen Erwägungen heraus zielt das Forschungsvorhaben darauf, Gegenstrategien neu zu fundieren, indem Erfahrungen und Einschätzungen randgewanderter Bevölkerungsgruppen näher betrachtet und die Motive sogenannter "Rückwanderer" (also derjenigen, die aus der Stadt ins Umland und zurück gezogen sind) mit in die Untersuchung einbezogen werden. Der Einfluss des Mobilitätsverhalten und der Verkehrsinfrastruktur wird dabei besonders berücksichtigt. Hierzu werden eine standardisierte telefonische Haushaltsbefragung sowie vertiefende qualitative Haushaltsinterviews in vier Fallregionen durchgeführt. Das Bild der Wohnstandortpräferenzen und der Beweggründe, die einen Wohnstandortwechsel auslösen, kann so geschärft werden. Im konzeptionellen Teil des Projektes werden Kommunikationsstrategien entwickelt, die der Erfahrung Rechnung tragen, dass es nicht ausreicht, Wohnwünsche zu konkretisieren und die Angebote entsprechend anzupassen, sondern dass die angebotenen Qualitäten auch vor Ort "ankommen müssen". Das Projekt wird aus Mitteln des "Forschungsprogramm Stadtverkehr (FOPS)" des BMVBW finanziert, vom BBR fachlich betreut und in Kooperation mit dem Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) der RWTH Aachen bearbeitet.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Hans H. Blotevogel, Angelika Münter

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