Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation


Sie sind hier: 

Bereichsnavigation


Hauptinhalt

Stadt Dortmund

Auf Grundlage einer übergreifenden, integrierten Strategie mit einer hohen Maßnahmenbreite hat Dortmund einen modellhaften Strukturwandel zum Dienstleistungs-, Technologie- und Wissenschaftsstandort vollzogen. Mehr als 600.000 Menschen wohnen in der lebhaften Metropole mit über 1100 Jahren Geschichte.

Die Förderung technologischer und sozialer Innovationen und die Anpassung der sozialen Infrastruktur werden auch zukünftig die Wirtschaftskraft vor Ort stärken und Generationsgerechtigkeit schaffen. Als Wohnstandort bindet und gewinnt Dortmund Bevölkerung. Als Familienstadt stärkt die Stadt Dortmund Eltern und Kinder (Familienprojekt), bindet die Jugend (Jugendforen) in Stadtentwicklungsprozesse ein und sorgt über gute Bildung für gleiche Berufschancen. In den letzten Jahren konnten strategische Projekte umgesetzt und darüber der Strukturwandel in Dortmund modellhaft und nachhaltig vorangebracht werden. Für die herausragenden integrierten, politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten wurde die Stadt Dortmund im Jahr 2014 als "Nachhaltigste Großstadt Deutschlands" von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Quartiersebene - Unterbezirk Dortmund-Marten

Das Forschungsvorhaben wird an bestehende Stadtentwicklungskonzepte der Stadt Dortmund angeschlossen, die im Rahmen von Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren entwickelt wurden. Konkreter Anknüpfungspunkt ist das Projekt "Nordwärts", welches im Jahr 2015 unter Federführung der kommunalen Ombudsstelle für Bürgerinteressen implementiert wurde.

Die Stadtbezirke Dortmunds weisen starke strukturelle Unterschiede auf. "Nordwärts" zielt darauf ab in den kommenden Jahren, auf Basis eines Beteiligungs- und Dialogverfahrens, die schwächer entwickelten nördlichen Stadtteile dem Rest der Stadt anzugleichen.

Das gesamte Nordwärts-Projektgebiet umfasst eine Fläche von ca. 12.839 ha, was 45,7 % des gesamten Dortmunder Stadtgebietes entspricht und die Stadtbezirke Huckarde, Mengede, Eving, Scharnhorst, Stadtbezirk Innenstadt-Nord sowie Teile der Stadtbezirke Innenstadt-West und Lütgendortmund (Bövinghausen, Marten und Germania) und damit auch elf der dreizehn Aktionsräume des Aktionsplans Soziale Stadt einschließt. 40,75 % der Dortmunder EinwohnerInnen sind hier zu Hause. Ökonomische, ökologische und soziale Optimierungspotenziale zeigen sich in den Bereichen Flächenentwicklung, Schaffung/Sicherung von Arbeitsplätzen, Steigerung der Umweltqualität und Lebensqualität, sowie Qualifizierung und Bildung. "Nordwärts" stellt gleichermaßen die Wirtschaft und den Menschen in den Mittelpunkt und definiert inhaltliche Bezüge zwischen den bestehenden, strategischen Entwicklungskonzepten der Stadt Dortmund und den Projektzielen.

Partizipation spielt im Projekt "Nordwärts" eine wichtige Rolle. Es sind unterschiedliche Beteiligungsformate (Bürgerforen vor Ort, Arbeitsgruppen, Strategiekreisen, gemeinsamen Wanderungen bis zur Nutzung soziale Medien) entwickelt worden, die derzeit erprobt werden und an die das Forschungsvorhaben unmittelbar anschließen kann. Der "Nordwärts"-Beteiligungsprozess berücksichtigt die Eigenlogiken der unterschiedlichen Akteure in den heterogenen urbanen Gemeinschaften, qualifiziert die Ergebnisse und ermöglicht darüber seine Akteursakzeptanz.

Kommunale Arbeitsgruppen entwickeln auf Basis der aus der Bevölkerung eingebrachten Vorschläge neue Projektansätze, die dem Stadtumbau einen Innovationsschub geben sollen. Um Abstimmungsprozesse zu reduzieren werden verwaltungsintern bisher unverbundene Themenbereiche und Entscheidungskompetenzen auf Führungskräfteebene verbunden (bspw. Tiefbauamt mit Schulverwaltungsamt) und verfügbare Kräfte im Rahmen einer interdisziplinären, zuständigkeitsübergreifend "Verwaltungskooperation", gebündelt. Ein Kuratorium mit VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Verbänden wird als Multiplikatorenplattform sowie als "Experten- und Beratungsforum" in "Nordwärts" eingebunden. Als Beratungsgremium steht das Kuratorium auch dem Forschungsvorhaben zur Verfügung.

Im für das Forschungsvorhaben ausgewählten Quartier Marten beläuft sich zum Stand 2013 die Bevölkerungszahl im statistischen Unterbezirk auf 5.577 Personen. Der Anteil der 0- bis unter 15-Jährigen liegt mit 13,7 % höher und der Anteil der ab 65-Jährigen niedriger als in der Gesamtstadt. Insgesamt zeigt sich eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung. Im Vergleich zur Gesamtstadt sind im Quartier Marten (Stadtbezirk Lütgendortmund) deutlich mehr Menschen arbeitslos oder Empfänger von Transferleistungen. Außerdem gehen weniger Kinder von der Grundschule aufs Gymnasium und weniger Menschen zur Kommunalwahl als in Gesamt-Dortmund.

Es gibt lokale Entwicklungen, wie die Verödung von Nebenzentren, unattraktive Einfallstraßen oder problematische Wohngebiete. Marten ist ein Ortsteil (Sozialraum) in Dortmund, in dem sich (soziale) Problemlagen deutlicher zeigen als im städtischen Durchschnitt. Dies lässt sich z.B. an einem überdurchschnittlichen Anteil an SGB II-Empfängern/- innen sowie einer überdurchschnittlichen Arbeitslosenquote festmachen. Das Quartier ist einer von 13 Dortmunder Aktionsräumen, in denen Hilfen konzentriert und in einem breiten Beteiligungsprozess Lösungsmöglichkeiten gesucht werden sollten.

Im Zentrum ist in den letzten Jahren die Zahl der gewerblichen Leerstände (z. B. Einzelhandel, Dienstleistungen) gestiegen und liegt heute bei einem vergleichsweise hohen Wert, dieser Indikator zeigt einen gewissen Abwärtstrend des Zentrums. Die Daseinsvorsorge und die Nahversorgung sind erschwert. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem Ziel eine ausgeglichene Sozial- und Altersstruktur in Marten spielt das Thema Barrierefreiheit eine wesentliche Rolle Die im Quartier liegenden Gewerbebiete sowie die vorhandenen Verkehrstrassen erzeugen (harte) Brüche im Siedlungsgefüge und führen zum Teil zu einer "Verinselung" von (Wohn-) Bereichen. Die Verkehrstrassen beeinflussen das Ortsbild und führen zum Teil zu bedeutenden Immissionen. Im Ortskern ist eine relativ hohe Verkehrsbelastung zu verzeichnen.

Zudem ist eine verstärkte Vernetzung der Siedlungs- und Freiräume notwendig. Aufgrund der überwiegend verdichteten Wohnformen besteht grundsätzlich ein hoher Bedarf an Grünflächen, auch in stadtklimatischer Hinsicht. Im Osten von Huckarde verlaufen die Emscher und der Dortmund-Ems-Kanal. Sie haben eine große Bedeutung für Freizeit und Erholung in Huckarde. Von überregionaler Bedeutung sind in Huckarde vor allem der Revierpark Wischlingen und der Rahmer Wald, sie tragen einen großen Teil zu den insgesamt 49,3 % Grünflächenanteil bei.

Ein bedeutsames Thema stellt in Marten der Hochwasserschutz dar. So kam es im Jahr 2008 zu erheblichen Überflutungen und auch im Juli 2014 waren Teile des Quartiers durch ein Starkregenereignis betroffen. Entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes müssen ergriffen werden, da das Risiko besteht, auch zukünftig von Starkregenereignissen getroffen zu werden.