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Fakultät Raumplanung | TU Dortmund

Aufgabe: Gesamtkoordination und Begleitforschung

Die Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund (TU) ist für die Verbundkoordination des Vorhabens zuständig und begleitet die Arbeiten in den Reallaboren aus wissenschaftlicher Perspektive. Die 10 beteiligten Lehrstühle bzw. das Institut für Raumplanung gewährleisten eine große inhaltliche Breite und Tiefe. In der raumwissenschaftlichen Forschung hat sich die Fakultät Raumplanung in den letzten Jahrzehnten national und international etabliert. Es wurden und werden zahlreiche grundlagen- sowie anwendungsorientierte Forschungsprojekte durchgeführt. Ein bedeutender Aspekt der Forschung ist die theoriegeleitete empirische Planungsforschung, in der es sowohl um die Weiterentwicklung der Theorien, Verfahren und Instrumente raumbezogener Planung und Steuerung geht als auch um die Erforschung der Planungspraxis auf unterschiedlichen Planungsebenen.

Der wissenschaftliche Beitrag der TU Dortmund bewegt sich an der Schnittstelle zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung. Die Aufgabe der Grundlagenforschung in ZUKUR wird es sein, den Stand der Forschung zu den Fragen der Resilienz, städtischer Integration und Umweltgerechtigkeit aufzubereiten, als auch bzgl. der wissenschaftlichen Debatte zur Mehrebenengovernance und Methodik von Reallaboren sowie zum Einfluss von exogenen und endogenen Faktoren auf die Entwicklungsfähigkeit für eine klimaresiliente und umweltgerechte Stadtregion vorauszudenken.

Eine Aufgabe der verschiedenen beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen besteht darin, die Aufarbeitung der bisherigen Fachdiskussion und Einbeziehung aktueller Entwicklungen weiter zu durchdringen, in Bezug auf die Planung auf Ebene der Region, der Stadt und im Quartier zu beziehen und Teilergebnisse in Form von Hypothesen festzuhalten. Im weiteren Arbeitsverlauf werden die Ergebnisse praxisverständlich aufgearbeitet und dargestellt. Teilergebnisse werden mittels des trans- und interdisziplinär angelegten Forschungsprozess überprüft, weiterentwickelt und ergänzt, so dass längerfristig eine in sich schlüssige Konzeption von Strategien und Maßnahmen zum Abbau sozial-ökologischer Ungleichheiten und zur Erhöhung der Klimaresilienz auf allen drei Ebenen entsteht. Ziel muss es sein, dass sich das zu entwickelnde Konzept sowohl an den Ansprüchen der wissenschaftlichen Theorie als auch besonders an den Erfordernissen der Planungspraxis orientiert.

Die wissenschaftlichen Bausteine des Gesamtprojektes stützen sich auf verschiedene, nachfolgende beschriebene Bausteine. Die weiteren, hier nicht aufgeführten Arbeitspakete werden federführend von den Praxispartnern bearbeitet (AP 4 und 5),

AP1: Entwicklung eines konzeptionellen Grundverständnisses von Resilienz und Nachhaltigkeit und ihrem Verhältnis zu Umweltgerechtigkeit

Die Verständigung auf ein konzeptionelles Grundverständnis von Klimaresilienz und Nachhaltigkeit und ihrem Verhältnis zu sozialer und ökologischer Gerechtigkeit ist Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit innerhalb des Projekts ZUKUR, denn diese Begriffe zeichnen sich durch vielfältige Definitionen in Theorie und Praxis aus.

In Arbeitspaket 1 wird deshalb zunächst der Stand der Forschung durch eine Literaturrecherche sowie durch eine Analyse von internationalen und nationalen Planungsdokumenten und der deutschen Gesetzgebung ermittelt. Zusätzlich werden zum besseren Verständnis des intentionalen Handels der Akteure in der Region leitfadengestützte Interviews durchgeführt.

Im Rahmen eines Workshops aller Projektpartner wird das gemeinsame Grundverständnis erarbeitet und AP 1 abgeschlossen.

AP2: Konzept zum lernenden Umgang mit Umsetzungshemmnissen

ZUKUR neuer Zugänge im transdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entwickeln. In den drei Reallaboren auf der Ebene des Quartiers (Dortmund-Marten), der Ebene der Stadt (Stadt Bottrop) und der Region (Regionalverband Ruhr) werden Partizipationsmethoden und Aktivierungsansätzen erprobt. Die inhaltliche Auseinandersetzung speist sich einserseits aus den Themenbereichen Klimaresilienz und Urbane Gemeinschaft (Arbeitspaket 1 und 3) als auch aus Ideen zu neuen Governance-Strukturen, Strategien und Maßnahmen ist (Arbeitspakete 4 und5). Insofern finden kontinuierlich Entwicklungen und Er-probungen in den Reallaboren statt.

Nach Beendigung der Erprobungen vor Ort findet eine Reflexion der Erkenntnisse aus der Anwendung der Drei-Ebenen-Reallabore im Lichte des Stands der Forschung statt

AP3: Ermittlung zentraler sozial-ökologischer Herausforderungen in der Region Ruhr

ZUKUR untersucht die sozialen und ökologischen Herausforderungen, vor die Gesellschaft und Umwelt in der Städteregion Ruhr im Zusammenhang mit dem Klimawandel gestellt werden. Fragen der Umweltgerechtigkeit sind dabei zentral. Neben der Kartierung möglicher Schadensbereiche im Falle extremer Wetterereignisse geht es vor allem um die Erhebung besonderer Verletzbarkeiten auf der Ebene der Region, der Stadt oder des Quartiers. Wichtige Forschungsfragen sind unter anderem: Welche Rolle spielen räumliche Gemeinschaftsgüter (z.B. öffentliche Parks, Hochwasserabflussgebiete, Grünzüge, Revierparks) und der Zugang zu ihnen für eine sozial gerechte Stadt- und Regionalentwicklung? Können sie bestehende Ungerechtigkeiten noch verstärken oder gleichen sie die klimawandelinduzierten Belastungen besonders verletzbarer Bevölkerungsgruppen aus? Wie müssen Wohnungsbestand und Neubau gestaltet sein, um in der Region ein klimaresilientes Wohnungsangebot, das zugleich noch bezahlbar bleibt, schaffen bzw. erhalten zu können? Welchen Einfluss haben extreme Wetterereignisse auf das soziale Zusammenleben in Gebieten, die von Starkregen überflutet wurden? Untergraben solche Ereignisse das Gemeinschaftsempfinden oder können sie es sogar stärken?

AP4: Überprüfung der Governance von Inhalten, Akteuren und Prozessen der Stadt- und Regionalentwicklung

Arbeitspaket 4 widmet sich der Analyse der Multi-Level Governance in der Stadtregion Ruhr. Fokus der querschnittsorientierten Betrachtung sind dabei der institutionelle Kontext, die Akteurskonstellationen und Entstehungsprozesse substanzieller Inhalte in den drei Reallaboren RVR, Bottrop und Dortmund-Marten. Ziel des Arbeitspaketes ist es, Barrieren und Umsetzungshemmnisse auf dem Weg zu einer sozial-ökologisch gerechten und resilienten Planung zu identifizieren, deren Beseitigung zur Ausarbeitung einer optimierten Multi-Level-Governance für die Stadtregion Ruhr beitragen kann. Folgende Forschungsfragen stellen sich:

· Wie funktioniert das Zusammenspiel von regionaler Governance, kommunaler und regionaler Selbstverwaltung?

· Welche Steuerungsinstrumente, Anreize und Mechanismen sind notwendig, um Klimaresilienz und sozial-ökologische Gerechtigkeit im Zusammenspiel der drei Ebenen zu ermöglichen?

AP7: Entwicklung, Erprobung, Evaluierung zentraler Maßnahmen mit dem Ziel der größeren Umweltgerechtigkeit und Erhöhung der Klimaresilienz

Das Arbeitspaket 7 ist unter dem Stichwort Maßnahmenentwicklung verortet. Primäres Ziel des Arbeitspaketes ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluierung zentraler Maßnahmen auf den drei räumlichen Ebenen in den Reallaboren, die zur Umsetzung der Handlungsansätze im Sinne der Verbesserung von Klimaresilienz und sozial-ökologischer Gerechtigkeit und Umweltgerechtigkeit geeignet erscheinen. Die Maßnahmen nutzen vorhandene Ansätze in der Region (Ideenwettbewerb Zukunft Metropole Ruhr, Sommerakademie Möglichkeitsräume, Beteiligungsverfahren Nordwärts), werden literaturgestützt und unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse aus Arbeitspaket 3 und aufbauend auf dem Arbeitspaket 6 weiterentwickelt, in den Reallaboren über Planspiele auf ihre Anwendbarkeit getestet und wissenschaftlich evaluiert.

Unterteilt ist das Arbeitspaket 7 in die drei Teilpakete Maßnahmenentwicklung (7.1), Maßnahmenerprobung (7.2) sowie wissenschaftliche Maßnahmenevaluation (7.3). Verantwortlich für das Arbeitspaket sind der Lehrstuhl Landschaftsökologie und Landschaftsplanung (7.1 und 7.3) sowie das Institut für Raumplanung (7.2).

Im Rahmen des Arbeitspaketes sollen Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:

· Was sind die geeigneten Maßnahmen zur Gewährleistung von Klimaresilienz und sozial-ökologischer Gerechtigkeit auf den drei Ebenen?

· Welchen Beitrag können räumliche Gemeinschaftsgüter zur sozial-ökologischer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Klimaresilienz leisten?

· Welche Wirkungen entfalten die vereinbarten Maßnahmen?

Ziel von Arbeitspaket 7.1 ist die gemeinsame Entwicklung von jeweils drei, etwa über die Städtebauförderung, förderfähigen Maßnahmen. In einem weiteren Schritt werden die in AP 7.1 entwickelten Maßnahmenalternativen in den jeweiligen Reallaboren, d. h. wiederum in enger Kooperation mit den für die drei räumlichen Ebenen relevanten Verbundpartnern, auf ihre Anwendbarkeit hin durch Planspiele erprobt (Arbeitspaket 7.2). Die beiden vorgesehenen Planspiele werden durch fachliche Inputs begleitet und legen den Fokus auf die beiden Themenbereiche "Klimaresilienz" und "Urbane Gemeinschaft und Integration". Anhand von modellgestützten Szenarien oder Simulationen soll zudem demonstriert werden, wie sich die Umsetzung einzelner Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen auf die jeweiligen Aspekte von Klimaresilienz und sozial-ökologische Gerechtigkeit räumlich differenziert auswirken würde. In AP 7.3 werden die zuvor entwickelten und getesteten Maßnahmen bzw. Maßnahmenpakete jeweils für die drei räumlichen Ebenen einer wissenschaftlichen Evaluation unterzogen, wobei auch die Wechselbeziehungen zwischen den drei räumlichen Ebenen sowohl physisch-materiell als auch prozessual auf der Grundlage der beiden Planspiele berücksichtigt werden sollten. Aus diesem Grund soll eine mehrdimensionale Evaluation durchgeführt werden im Sinne einer multikriteriellen Bewertung.

Die Ergebnisse des Arbeitspaketes 7 werden in einem Bericht über die entwickelten Maßnahmen, einer Ergebniszusammenfassung der Planspiele unter Berücksichtigung der Anwendbarkeit, Wirksamkeit und Effizienz von Maßnahmen bzw. Maßnahmenpaketen sowie einem Evaluationsbericht zusammengefasst.

AP 8: Koordination, Umsetzung und Ergebnistransfer

AP 8 befasst sich mit der Gesamtkoordination des Verbundvorhabens, die Koppelung der Projektergebnisse mit den laufenden Prozessen der Stadt- und Regionalentwicklung in der Stadtregion sowie dem Transfer der erzielten Projekterfolge über die Stadtregion hinaus. Die Anschlussfähigkeit bzw. Umsetzung der Ergebnisse wird über die Einbeziehung der Verbundpartner RVR, Stadt Bottrop und Stadt Dortmund sowie der dortigen politischen Gremien und der Zivilgesellschaften gewährleistet.

Zur Koordination und der Abstimmung zwischen den Verbundpartnern werden eine Lenkungsgruppe sowie ein Beirat eingerichtet. Zur Vermittlung der Projektergebnisse werden Konferenzen, Tagungen und Workshops veranstaltet sowie wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

Das Institut für Raumplanung übernimmt die Federführung der Beiträge der Fakultät und die Gesamtkoordination dieses großen Verbundes. Sie stellt den direkten Kontakt zum Projektträger (Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF) und zu den parallel laufenden Vorhaben innerhalb der Leitinitiative Zukunftsstadt sicher. Die Gesamtkoordination des Verbundprojektes umfasst auch die Steuerung der Lenkungsgruppe mit den Vertretern und Vertreterinnen der Verbundpartner Regionalverband Ruhr, Stadt Bottrop und Stadt Dortmund sowie den Austausch mit dem Projektbeirat.