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13. July 2012

Forschungspreis 2012

Der seit 2005 ausgelobte und mit 2000€ dotierte Forschungspreis der Fakultät Raumplanung wurde in diesem Jahr für herausragende Forschungsarbeiten in den Fachgebieten ROP/IRPUD und SRP vergeben.

Am 29.06.2012 wurde im Rahmen des Fakultätstages der Forschungspreis der Fakultät Raumplanung verliehen. Der Forschungspreis ist ein Stiftungspreis von ehemaligen Hochschullehrern der Fakultät Raumplanung. Er wurde erstmalig im Jahr 2005 vergeben, derzeit ist er mit jährlich 2.000 € dotiert.
Mit dem Forschungspreis würdigt die Fakultät Raumplanung zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung der Fakultät Raumplanung e.V. diejenigen Forschungen der Fakultät, die eine besondere wissenschaftliche Leistung auszeichnen. Der Preis dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und kann an Forschungsvorhaben vergeben werden, die sich durch eine besondere wissenschaftliche Leistung auszeichnen und zur Weiterentwicklung der Forschungsdisziplin Raumplanung beitragen.

Die Auswahlkommission hat in diesem Jahr zwei voneinander unabhängige Forschungsprojekte mit dem Preis ausgezeichnet. Diesen beiden Projekten ist eine herausragende wissenschaftliche Qualität gemeinsam, welche die Kommission ohne Einschränkungen überzeugt hat.

Das arbeitsteilige System deutscher Metropolregionen – Erfassung und Analyse metropolitaner Funktionen im deutschen Städtesystem.

Das Projekt wurde am Fachgebiet ROP und am IRPUD bearbeitet und hatte eine Laufzeit von März 2009 bis Mai 2012. Unter der Projektleitung von Prof. Dr. em. Hans. H. Blotevogel haben die beiden jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen Dr. Anna Growe und Kati Volgmann das Projekt während der letzten drei Jahre bearbeitet. Unterstützt wurden Sie dabei von Dipl.-Ing. Christian Mörs, der damals noch studentische Hilfskraft war.
Ziel des Projekts war die Generierung von wissenschaftlichem Wissen über die Struktur und Entwicklung des deutschen Städtesystems, auch um damit zugleich die analytischen Grundlagen für das Raumordnungskonzept der Metropolregionen zu vertiefen. Im Mittelpunkt standen zwei unterschiedliche, sich aber ergänzende Forschungsperspektiven. Der erste Forschungsschwerpunkt konzentrierte sich auf die Standortentwicklung der wissensintensiven Dienstleistungen, während der zweite Forschungsschwerpunkt die Ausdifferenzierungsprozesse kultureller, ökonomischer und politischer metropolitanen Funktionen untersucht.  
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden im Rahmen von Aufsätzen in hochrangigen nationalen Fachzeitschriften und auf nationalen sowie internationalen wissenschaftlichen Tagungen und Konferenzen z. B. auf Jahrestagungen der <http://www.aag.org/cs/annualmeeting> Association of American Geographers präsentiert.

Als zweites Projekt wird das ebenfalls durch die DFG geförderte Drittmittelforschungsprojekt
 
The struggle for urban livelihoods and the quest for a functional city – reconciling informal and statutory planning institutions in Dhaka, Bangladesh
 
ausgezeichnet. Das Projekt startete im Jahr 2006 und befindet sich inzwischen in der dritten Förderphase, was die wissenschaftliche Qualität des Vorhabens unterstreicht.
Das Projekt wird am Fachgebiet SRP bearbeitet und wird Ende dieses Jahres abgeschlossen. Die Projektleitung hat Prof. Dr. Sabine Baumgart inne, bearbeitet wird das aktuelle Projekt durch Kirsten Hackenbroch und Shahadat Hossain, frühere Bearbeiter waren auch Dr. Johannes Flacke und Dr. Alonso Ayala. Als beratender Kooperationspartner ist Prof. Dr. em. Volker Kreibich beteiligt.  
Ziel der ersten zwei Projektabschnitte (2006-2011) war die Untersuchung der Aushandlungsprozesse für den Zugang zu öffentlichem Raum und Wasserversorgung in durch Informalität gekennzeichneten Governance-Strukturen. Im Forschungsverlauf wandelte sich das Verständnis von Informalität von einer Strategie zur Kompensation von Staatsversagen zunehmend hin zu Informalität als einer aktiven Strategie des Staates und gesellschaftlicher Eliten zur Raumproduktion. Die Bedeutung von Machthierarchien und die räumlichen Auswirkungen der informellen Arrangements waren Schwerpunktthemen der Forschung. Die Forschungsmethodik wurde maßgeblich von einem teilweise ethnographischen Ansatz einschließlich des Lebens in den untersuchten Stadtquartieren geprägt. Publikationen in hochrangigen Fachzeitschriften und Präsentationen auf internationalen Konferenzen dienten der Verbreitung und Diskussion der Ergebnisse. Seit Anfang 2012 werden im dritten Projektabschnitt die räumlichen Prozesse des Stadtwachstums und dessen institutionelle Konstellationen sowie die Entstehung von Planungsvorgaben untersucht. Hier liegt das Augenmerk erneut auf Informalität im Staatshandeln, Machtstrukturen in Entscheidungsprozessen und den Konsequenzen für räumliche Gerechtigkeit.
 

(Von: ssch)