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23. September 2015

TU-Studierende erforschen Sichtweisen auf das Ruhrgebiet über Selfies aus sozialen Netzwerken

Das Ruhrgebiet ist im Wandel – und seit Jahrzehnten Gegenstand der Wissenschaft. Einen ungewöhnlichen Ansatz zur Erforschung des räumlichen (Selbst-)Verständnisses der Region haben zehn Studierende der Fakultät Raumplanung an der TU Dortmund nun erprobt: Über eine Analyse von Selfies (eine Art Selbstportrait) in sozialen Netzwerken haben sie die Sichtweise junger Menschen auf ihre Heimat ermittelt. Titel des Projekts: "Das Selbst(i) und das Ruhrgebiet".

Junge Menschen haben heute kaum noch einen biografischen Bezug zur industriellen Vergangenheit des Ruhrgebiets. Wie nehmen sie die Region wahr? Und wie setzen sie sich persönlich mit dem Raum auseinander? Diesen und anderen Fragen sind Studierende der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund in den vergangenen zwölf Monaten nachgegangen. In dem studienbegleitenden Projekt haben sie sich einer bislang raumwissenschaftlich weitgehend vernachlässigten, modernen Form der Selbstdarstellung bedient: dem Selfie.

Selfies als Forschungsobjekt

Insgesamt wurden 1761 Selfies ausgewertet, die die Studierenden in sozialen Netzwerken mithilfe von Hashtags mit Ruhrgebietsbezug (Beispiel: #Ruhrpott) gefunden haben. Zudem hat die Gruppe online einen Aufruf gestartet: Darin forderten sie Bewohnerinnen und Bewohner der Region auf, ein für sie typisches Ruhrgebietsselfie zu posten oder auf der projekteigenen Webseite hochzuladen.

Insgesamt zeichnet die Auswertung aller Selfies ein grünes Bild vom Ruhrgebiet mit einem hohen Freizeitwert. Bildhintergründe mit Bezug zur Natur oder Freizeitaktivitäten überwiegen. Häufiger als die eingesandten Selfies haben die über die Hashtags gefundenen Bilder allerdings Fußball- oder Wohnraumbezug. Die eingesandten Selfies zeigen dagegen vermehrt Stadtviertel oder Industriekultur. Die Projektgruppe schließt daraus: „Wenn sich die Menschen bewusst mit der Frage auseinandersetzen, was für sie das Ruhrgebiet ist, stellen sie oft noch einen industriellen Bezug her – auch die Jüngeren. Ansonsten ist dieses Thema auf Selfies in den sozialen Netzwerken nicht so weit verbreitet.“

Projekt als Beitrag zur Ruhrgebietsforschung

Der Wert der Projektstudie liegt für die Studierenden nicht nur darin, Erfahrungen im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens gesammelt zu haben. Sie haben auch einen Beitrag zur bisherigen Ruhrgebietsforschung geleistet – insbesondere im Hinblick auf die Sichtweise der jungen Generation, die über die Selfies ermittelt wurde.

Foto: Deborah Lippmann/TU Dortmund

(Von: ml)