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Die Große Transformation - Herausforderung und Chance für die Raumplanung

 

CALL FOR PAPERS

Die Dortmunder Konferenz Raum- und Planungsforschung 2018 ist eine zweitägige Veranstaltung zu aktuellen Themen der Raumplanung und der raumbezogenen Forschung. Sie findet seit 2012 alle zwei Jahre in Dortmund statt und richtet sich an ein internationales und interdisziplinäres Publikum. Veranstaltet wird die zweisprachige Konferenz (deutsch/englisch) von der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), Leibniz-Forum für Raumwissenschaften, in Hannover.

Die Fakultät Raumplanung und die Akademie für Raumforschung und Landesplanung laden Sie herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der nächsten Dortmunder Konferenz am 5. und 6. Februar 2018 zu beteiligen. Sie steht unter dem Motto:

Die Große Transformation – Herausforderung und Chance für die Raumplanung

Die von den Vereinten Nationen propagierte regulative Idee der nachhaltigen Entwicklung hat seit den 1990er Jahren einen erheblichen Einfluss auf nationale wie internationale Politiken gehabt. Seit 1994 ist sie Verfassungsziel in Deutschland. Die EU hat sie als übergeordnetes Ziel für alle Politiken 1999 vertraglich verankert. Die nachhaltige Entwicklung ist seit 1998 normative Vorgabe für Stadtplanung und Raumordnungspolitik in Deutschland. Dabei sind Begriff und Konzept nicht unproblematisch: Fehlende definitorische Schärfe, unsicheres Wissen, die Komplexität der Wirkungszusammenhänge, umstrittene Operationalisierungen und individuelle Wertvorstellungen drohten sie zeitweilig zu einer inflationär gebrauchten Leerformel verkommen zu lassen.

Nachhaltige Entwicklung ist als politische Maxime heute so breit akzeptiert, dass der Begriff kaum noch als Motor gesellschaftlicher Veränderungen wahrgenommen wird. Die internationale Staatengemeinschaft scheint darüber hinaus nicht zu kraftvollem Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit in der Lage. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat die Debatte in seinem Gutachten 2011 (wieder)belebt und einen Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation gefordert. Große Transformation meint hier einen tiefgreifenden Prozess des Wandels, der auch die kulturelle Identität verändert mit einer Abkehr von den etablierten Wertvorstellungen und Handlungsmustern in Politik, Wirtschaft und privatem Konsum.

Der WBGU geht davon aus, dass die Zukunft der Menschheit eines tief greifenden Wandels aller gesellschaftlichen Bereiche zugunsten eines veränderten Verhältnisses von Mensch und Natur sowie einer Neuaushandlung der Konzepte von Entwicklung und Fortschritt bedarf. Stadt- und Regionalentwicklung seien hierfür zentrale, bislang vernachlässigte Handlungsfelder. 2016 erneuerte er diese Forderung in seinem Gutachten „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“. Der Stadt- und Raumforschung wird hier eine zentrale Rolle zugeschrieben, denn die urbane Transformation sei als gesellschaftlicher Lern- und Suchprozess zu verstehen. Forschung für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung solle neben der Wissensgenerierung durch Grundlagenforschung und der Überprüfung von Theorien und Konzepten auch darauf abzielen, den Übergang zu nachhaltigen, lebenswerten Städten und Regionen durch anwendungsorientierte Forschungsergebnisse und die Entwicklung von Umsetzungsstrategien zu unterstützen („transformative Wissenschaft“).

Die Dortmunder Konferenz 2018 diskutiert vor dem Hintergrund dieser aktuellen Debatte den Beitrag, den die interdisziplinäre Raum- und Planungsforschung, aber auch die Planungspraxis zur großen Transformation zu leisten vermögen. Die Konferenz bezieht dabei nicht nur Städte und urbane Räume, sondern auch regionale und großräumige Forschungs- und Handlungsoptionen in die Betrachtung mit ein. Im Fokus stehen folgende Fragen:

  • Wie können Quartiere, Städte und Regionen zu Motoren der sozial-ökologischen Transformation werden?
  • Welche Strukturen, Akteure und Prozesse braucht die Große Transformation? Und welche sind hinderlich?)
  • Welche Rolle kommt der Raum- und Planungsforschung auf der einen sowie der Planungspraxis auf der anderen Seite zu?
  • Wie können Raumforschung und Planungswissenschaft den geforderten tiefgreifenden Prozess des Wandels forcieren und begleiten? Wie kann sichergestellt werden, dass die gesellschaftliche Transformation mit der Orientierung auf langfristige Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einhergeht?
  • Wie lassen sich räumliche Transformationen planerisch gestalten? Welcher Leitvorstellungen, Instrumente und Verfahren bedarf es hierzu?
  • Woran sind planerische Ansätze zur nachhaltigen Raumentwicklung bislang gescheitert?
  • Wo bieten sich Ansatzpunkte für neue Weichenstellungen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung?


Die Dortmunder Konferenz 2018 ist in acht thematischen Tracks gegliedert:

1.      Stadtentwicklung

2.      Stadtregionen

3.      Raumentwicklung und Raumbeobachtung

4.      Internationale und europäische Perspektiven der Raumplanung

5.      Planungstheorie

6.      Mobilität und Verkehr

7.      Grüne und blaue Infrastrukturen

8.      Gesundheit und räumliche Planung

 

 

Konzept und Organisation: Prof. Dr. Rainer Danielzyk, Prof. Dr. Susanne Frank, Christina Gollmann, Prof. Dr. Stefan Greiving, Hanna Schmitt, Dr. Barbara Warner, Prof. Dr. Thorsten Wiechmann