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Habitat participatif – Gemeinschaftliche Wohnprojekte in Frankreich F-Projekt Exkursion nach Paris

Wie ist die Entwicklung von gemeinschaftlichen Wohnformen – Habitat participatif – in Frankreich zu beschreiben? Ist der Zugang zu Wohnprojekten für alle sozialen Gruppen möglich? Welche Unterstützungsstrukturen sind vorhanden bzw. werden benötigt? Diesen Fragen ging das F-Projekt „Co-Housing Initiativen in Europa“ im Rahmen einer Exkursion nach Paris vom 27. bis 31. März 2017 nach. Möglich wurde die Exkursion nach Paris durch die Kooperation mit den französischen Kolleginnen Anne Labit (Orléans University), Sabrina Bresson (ENSA Paris Val-de-Seine) und Claire Carriou (Paris Nanterre University).

Während in Deutschland die Anzahl gemeinschaftlicher Wohnprojekte seit 30 Jahren kontinuierlich steigt und sich parallel dazu eine Reihe von kommunalen und anderen Unterstützungsstrukturen entwickelt haben, ist eine ähnliche Entwicklung in Frankreich erst seit Beginn der 2000er Jahre zu beobachten.

Unter dem Fokus der sozialen Inklusion haben wir im Rahmen der internationalen Tagung „Urban Contradictions“ an der École Nationale Supérieure d‘Architecture Paris Val-De-Seine europäische und französische Perspektiven auf gemeinschaftliche Wohnprojekte diskutiert. Neben Interviews mit französischen WissenschaftleIinnen und AktivistInnen von Habitat participatif standen die Besuche von Wohnprojekten in Paris, Montreuil und Nanterre im Mittelpunkt der Exkursion. Gemeinsam mit europäischen Experten hatten wir die Gelegenheit mit ArchitektInnen und BewohnerInnen über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Was wir gelernt haben: Die Mehrheit der besuchten Projekte werden im Wohneigentum realisiert, häufig in Kombination mit zwei bis drei Wohnungen im sozialen Wohnungsbau oder in Zusammenarbeit mit Habitat for Humanity. Die Förderbedingungen für den sozialen Wohnungsbau werden als sehr kompliziert und noch wenig auf die Erfordernisse gemeinschaftlicher Wohnformen abgestimmt beschrieben. Wie auch in anderen europäischen Großstädten ist auch der Wohnungsmarkt in der Pariser Agglomeration durch einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum charakterisiert. Vor diesem Hintergrund sind Initiativen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus von besonderer Bedeutung. Das Projekt in Nanterre, Le Grand Portail, wurde 2009 von dem Bürgermeister initiiert und bietet 15 Familien bezahlbares Eigentum im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Das Projekt ist Teil der Stadterweiterung und wurde im Eco-Dorf Hoche realisiert.

Das in Paris erhobene umfangreiche empirische Material wird nun im Verlauf des Sommersemesters ausgewertet und mit den Ergebnissen einer Online-Befragung von deutschen Kommunen und Wohnprojekten, die das F-Projekt bereits durchgeführt hat, kontrastiert.

Kontakt: Dr. Anja Szypulski, Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie

Foto: Micha Fedrowitz