Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation


Sie sind hier: 

Bereichsnavigation


Hauptinhalt

Aktuelles Projektangebot

Alle im laufenden Semester bzw. Studienjahr durchgeführten Projekte sind im Online-Vorlesungsverzeichnis der TU Dortmund mit Titel, Namen der Lehrenden und Beschreibungen eingepflegt.

Zum Veranstaltungsverzeichnis

Archiv der Studienprojekte

Seit 1969 wurden an der Fakultät mehr als 950 Studienprojekte durchgeführt. Die Projektberichte der letzten Jahre können im Service-Büro des Studien- und Projektzentrums (SPZ) eingesehen und ausgeliehen werden.

Projektdatenbank

Die Datenbank umfasst eine vollständige Liste aller Studienprojekte seit 1969. Für die aktuellen Projekte sind jeweils auch die Projektbeschreibungen angegeben. Über die Suchfunktion kann nach bestimmten Stichworten (z.B. Projekttitel, Projektnummer oder Betreuung) oder einer Kombination von Stichworten gesucht werden.

A08 (2016/2017): Raumplanung und Rassismus

Betreuung

Sandra Huning Stadt- und Regionalsoziologie

Beratung

Alexandra Sinz Raumplanungs- und Umweltrecht

Beschreibung

Abstract

Die Projektgruppe A08 beschäftigt sich im Studienjahr 2016/2017 mit der Thematik Raumplanung und Rassismus. Betrachtet man Planung generell, lässt sich feststellen, dass neben der idealtypischen Betrachtungsweise, dass Planer*innen vor allem im Wohle der Allgemeinheit planen, auch eine Schattenseite der Planung besteht (vgl. Yiftachel 1998: 395). Diese wird jedoch selten beleuchtet. So liegt in der Forschung der Blick zumeist auf den positiven Aspekten der räumlichen Planung, wie zum Beispiel der nachhaltigen Entwicklung oder der Schaffung sozialer Gerechtigkeit. Mit dieser Schattenseite befasst sich die Projektgruppe unter der Fragestellung Inwieweit beeinflusst der Rassismus die Raumplanung?

 

In Anbetracht von Beispielen in der Vergangenheit, wie der NS-Zeit, der Apartheid in Südafrika und der Rassentrennung in den USA, lassen sich rassistische Strukturen in der Raumplanung eindeutig festmachen bzw. lässt sich belegen, dass Raumplanung rassistische Strukturen stärken kann. Auch heute kann Raumplanung in Deutschland dominante und besser situierte Gruppen der Gesellschaft bevorzugen und Ausdruck einer Struktur sein, die Privilegien- und Machtpositionen stützt. Hier entstehen potenzielle Verbindungen zum Thema Rassismus.

 

Inwieweit bestimmte Privilegien- und Machtverhältnisse eine Rolle spielen, untersucht die Projektgruppe anhand einer Fallstudie zu der Standortwahl von Geflüchtetenunterkünften in der Stadt Essen. Dabei zeigt sich, dass trotz einer nachvollziehbaren scheinenden Vorgehensweise von Seiten der Stadt Bürger*innen unzufrieden mit den Planungen sind. Verschiedene Bürger*inneninitiativen setzen sich gegen eine Bebauung in Landschaftsschutzgebieten in ihren Stadtteilen ein. Die Standortwahl für Geflüchtetenunterkünfte birgt viele Herausforderungen für Planer*innen, welche sich in einem Wirkungsgefüge zwischen Politik und Bürger*innen befinden. Unter anderem bei Abwägungsprozessen ein Bewusstsein dafür zu haben, dass bestimmte Menschen andere Möglichkeiten haben sich planerischen Entscheidungen entgegenzustellen und diese zu beeinflussen.

 

Die Projektgruppe stellt fest, dass die Forschungsfrage in ihrer Allgemeingültigkeit, auf Basis der Erkenntnisse aus der Fallstudie, nicht verallgemeinernd zu beantworten ist. Es ist in dieser Hinsicht nötig, die komplexen Machtbeziehungen räumlicher Planung genauer zu untersuchen, da es diverse Einflussfaktoren gibt, die abseits standardisierter, genormter Planungsprozesse eine Rolle spielen.

  

Literatur

Yiftachel, Oren (1998): Planning and social control: Exploring the dark side. In: Journal of Planning Literature Vol. 12 (Nr. 4), S. 395–406.

Zuletzt aktualisiert am: 02.11.2017

Zurück