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Aktuelles Projektangebot

Alle im laufenden Semester bzw. Studienjahr durchgeführten Projekte sind im Online-Vorlesungsverzeichnis der TU Dortmund mit Titel, Namen der Lehrenden und Beschreibungen eingepflegt.

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Archiv der Studienprojekte

Seit 1969 wurden an der Fakultät mehr als 950 Studienprojekte durchgeführt. Die Projektberichte der letzten Jahre können im Service-Büro des Studien- und Projektzentrums (SPZ) eingesehen und ausgeliehen werden.

Projektdatenbank

Die Datenbank umfasst eine vollständige Liste aller Studienprojekte seit 1969. Für die aktuellen Projekte sind jeweils auch die Projektbeschreibungen angegeben. Über die Suchfunktion kann nach bestimmten Stichworten (z.B. Projekttitel, Projektnummer oder Betreuung) oder einer Kombination von Stichworten gesucht werden.

A09 (2016/2017): Green thumbs up!- Raumnutzung durch urbanes Gärtnern am Beispiel interkultureller Gärten in NRW

Betreuung

Katrin Lehn Stadt- und Regionalsoziologie

Annekathrin Kühn Stadt- und Regionalsoziologie

Beratung

Frank Schulz Städtebau und Bauleitplanung

Beschreibung

Die Integration von Flüchtlingen spielt aufgrund der aktuellen Flüchtlingszuwanderung, hervorgerufen durch Kriegszustände und politische Unruhen, eine große Rolle in politischen Debatten und stellt Bund, Länder und Kommunen vor große Aufgaben. Denn allein in dem Zeitraum von Januar bis September 2016 stellten 657.855 Flüchtlinge einen Asylantrag in Deutschland (vgl. Bundesministerium des Inneren 2016). Einen Teilaspekt dieser Aufgaben bildet die Frage nach der Integration.                                                                                                                                                                       Wie gelingt die Integration einer derart hohen Zahl an Flüchtlingen aus unterschiedlichsten Nationen am besten? Welche Möglichkeit wirkt flächendeckend, ist finanzierbar und erreicht die meisten Betroffenen? Kann die Natur zwischen den sonst recht verschiedenen Kulturen eine Brücke schlagen? Und stellen Interkulturelle Gärten eine sinnvolle Option zum Austausch und somit zur Teilhabe an der Gesellschaft dar? Mit den letzten beiden Fragen beschäftigt sich die Projektgruppe A09.

Interkulturelle Gärten sind eine Form der Gemeinschaftsgärten, die einen thematischen Zusammenhang in Form von kulturellem Austausch, Förderung eines verständnisvollen Miteinanders und somit auch Integration aufweisen.

Das Integrationsmittel Interkultureller Garten ist jedoch kein neues. Entstanden ist die Idee während des Bosnienkrieges in einem Göttinger Begegnungszentrum. Initiiert durch bosnische Frauen, die ihre Gärten, aber vor allem die damit verbundene Arbeit und Selbstständigkeit vermissten. Dieser eine Garten hat sich mittlerweile zu einem deutschlandweiten Projekt entwickelt, das vielen Flüchtlingen eine sinnvolle, zielgerichtete Beschäftigung, das Erlangen neuen Selbstbewusstseins sowie den Kontakt zu Deutschen bietet, welcher in den oft eher isolierten Flüchtlingsunterkünften, selten stattfindet. Dies hat schließlich das Erlernen der deutschen Sprache und eine verbesserte, aktivere Teilhabe an der Gesellschaft zur Folge.

Einen besonderen Stellenwert für die Projektgruppe hat jedoch nicht Niedersachsen, als Entstehungsland des Interkulturellen Gartens, sondern das Land NRW. Denn gerade hier, in dem am dichtesten bevölkerten Bundesland, leben Menschen unterschiedlichster Herkunft auf engstem Raum miteinander. Dies ist nicht erst seit der sogenannten „Flüchtlings-Krise“ so, sondern hat seinen Ursprung in der Nachkriegszeit, als während des rasanten Wirtschaftswachstums der 1950er ein Mangel an Arbeitskräften herrschte (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2012). Zu dieser Zeit wurden Arbeiter vieler verschiedener Nationen angeworben, die damals nach Deutschland kamen um sich und ihren Familien eine bessere Zukunft zu gewährleisten. Daher ist es gerade in NRW wichtig, die vielen Nationalitäten und Kulturen aneinander heranzuführen, um so Konflikte und Segregation zu vermeiden.

Demzufolge stellt sich die Projektgruppe die Frage, ob die Grundidee des Göttinger Vorzeigeprojektes der 1990er Jahre auch in unserer heutigen Zeit und Situation anwendbar ist. Diese Überfrage schließt auch die folgende Forschungsfrage der Gruppe mit ein:                                                                                                                                                                    „Inwiefern wachsen Akteure in Interkulturellen Gärten zu einer Gemeinschaft zusammen und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?”.

Um der Beantwortung der Forschungsfrage näher zu rücken, betrachtet die Gruppe diverse Faktoren, wie beispielsweise die Lage der Gärten sowie deren Ausstattungen und Angebote aber auch die Motivation und den Zeitaufwand der Akteure selber, genauer. Zu diesem Zweck werden sowohl diverse Besuche bei unterschiedlich aufgebauten Interkulturellen Gärten, als auch Interviews mit verschiedenen Experten, unter anderem Initiatoren solcher Gärten, durchgeführt um die Ergebnisse im Anschluss zu vergleichen. Ziel ist es, mit Hilfe der erlangten Informationen in Erfahrung zu bringen ob und welche Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Gemeinschaft innerhalb Interkultureller Gärten spielen. Des Weiteren sollen aber auch der Nutzen und die Vorteile sowie eventuelle Schwierigkeiten und Probleme solcher Gartenprojekte erarbeitet werden.

 

 

Quellenverzeichnis

Bundeszentrale für politische Bildung 2012: Geschichte der Zuwanderung nach Deutschland nach 1950. Abgerufen von: http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/138012/geschichte-der-zuwanderung-nach-deutschland-nach-1950?p=all (zugegriffen am 04.04.2017)

Bundesministerium des Inneren 2016: Asylzahlen für das Dritte Quartal 2016 veröffentlicht. Abgerufen von: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/10/asylantraege-september-2016.html (zugegriffen am 04.04.2017

 

Zuletzt aktualisiert am: 02.11.2017

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