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Aktuelles Projektangebot

Alle im laufenden Semester bzw. Studienjahr durchgeführten Projekte sind im Online-Vorlesungsverzeichnis der TU Dortmund mit Titel, Namen der Lehrenden und Beschreibungen eingepflegt.

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Archiv der Studienprojekte

Seit 1969 wurden an der Fakultät mehr als 950 Studienprojekte durchgeführt. Die Projektberichte der letzten Jahre können im Service-Büro des Studien- und Projektzentrums (SPZ) eingesehen und ausgeliehen werden.

Projektdatenbank

Die Datenbank umfasst eine vollständige Liste aller Studienprojekte seit 1969. Für die aktuellen Projekte sind jeweils auch die Projektbeschreibungen angegeben. Über die Suchfunktion kann nach bestimmten Stichworten (z.B. Projekttitel, Projektnummer oder Betreuung) oder einer Kombination von Stichworten gesucht werden.

F10 (2017/2018): Zweckentfremdung von Wohnraum – Eine Verhandlungssache?

Betreuung

Vilim Brezina Raumplanungs- und Umweltrecht

Beratung

Michael Kolocek Bodenpolitik, Bodenmanagement und kommunales Vermessungswesen

Beschreibung

Abstract

Dieses F-Projekt befasst sich mit der öffentlichen Aufgabe des Wohnraumschutzes in Deutschland. Durch steigende Immobilien- und Mietpreise wächst der Wohnungsdruck in den Städten stetig an, Geringverdiener werden verdrängt und sogar die Mittelschicht hat Probleme bezahlbaren Wohnraum zu finden. Gründe für diese Entwicklung liegen in der Finanzkrise 2008, der Niedrigzinspolitik und der daraus resultierenden vermehrten Investition in Sachwerte wie Immobilien. Gleichzeitig verstärkt die Zweckentfremdung von Wohnraum die angespannte Wohnungsmarktdynamik. Grundsätzlich stehen den Kommunen verschiedene Instrumente zum Schutz des Wohnraums zur Verfügung. Sie können beispielsweise auf das Bauplanungsrecht, das Zweckentfremdungsrecht, das Mietrecht oder den aktiven Wohnungsbau zurückgreifen. Die Projektgruppe möchte herausfinden mit welchem Interesse die jeweiligen Kommunen verschiedene Instrumente gegen Zweckentfremdung einsetzen, wie deren Umsetzung und Wirkung ist und warum andere nicht genutzt werden.

 

Auf Grundlage von Landesgesetzen können die Kommunen Zweckentfremdungsverbote erlassen. Über die Definition von Zweckentfremdung herrscht in allen Rechtsnormen Konsens. Darunter fällt der Abbruch, die Umwandlung in Gewerbe und der Leerstand von Wohnraum. Jedoch treffen sie keine Aussagen über den Leerstand im Privateigentum durch Zweitwohnsitze. Der Leerstand im Privateigentum und die Nutzung zu gewerblichen Zwecken durch Kurzzeitvermietung bilden die beiden Forschungsschwerpunkte dieses Projekts. Daher stellt sich die Frage, warum gegen die Kurzzeitvermietung strikt vorgegangen wird, wohingegen Privatpersonen ihre Zweitwohnungen den größten Teil des Jahres ungenutzt leerstehen lassen dürfen. Ist Zweckentfremdung von Wohnraum also eine Verhandlungssache?

 

Diese Frage wird mit folgender Hypothese beantwortet: Die Verhandlungsweise der Kommune mit anderen Akteuren im Umgang mit Zweckentfremdung von Wohnraum ist abhängig von deren Philosophie in Bezug auf den Wohnraumschutz. Dieser Hypothese geht die Projektgruppe in den Städten Berlin und Dortmund sowie auf der Insel Sylt nach. Diese Städte wurden durch das Erstellen von Stadtprofilen und der Anwendung von Filtern als die optimalen Untersuchungsorte befunden. Durch das Aufstellen bestimmter Kriterien, die eine Kommune erfüllt beziehungsweise nicht erfüllt, und der Auswertung aller Forschungsergebnisse, wird den Städten abschließend eine Philosophie zugeordnet. Im Dezember 2017 wurden auf Grundlage des erworbenen Wissens sechs Themen aufgestellt, die Projektgruppe in Zweiergruppen eingeteilt, anschließend über einen Zeitraum von knapp sechs Wochen recherchiert und sechs wissenschaftliche Artikel verfasst. Diese wurden letztlich in einer ganztägig stattfindenden Konferenz vorgestellt und diskutiert. In diesem Zusammenhang konnte durch Interviews bereits herausgefunden werden, dass Dortmund als einer der ersten Städte eine Zweckentfremdungsverbots-Satzung erlassen hat und diese dafür nutzt die städtebauliche Entwicklung, zum Beispiel durch die Bekämpfung der damals recht hohen Leerstandsquote, zu verbessern. Darüber hinaus zeigt sich die Stadt Dortmund als überaus kooperativ mit den Akteuren auf dem Wohnungsmarkt. Aktuell besteht Kontakt zu der Inselverwaltung Sylt und ausgewählten Berliner Bezirksämtern und es wird angestrebt, auch dort mit den ExpertInnen zu sprechen. Die daraus resultierenden Ergebnisse, werden im Mai 2018 in der 2. Studentischen Zweckentfremdungs-Konferenz vertieft aufgearbeitet.

Zuletzt aktualisiert am: 11.05.2018

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