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Was ist Raumplanung?

Raumplanung umfasst verschiedene räumliche Ebenen

Im Kern der Raumplanung steht die Entwicklung und Gestaltung der räumlichen Umwelt auf verschiedenen Maßstabsebenen. Was bedeutet das?

Interessieren Sie sich für Ihre Umgebung, Ihre Stadt oder Ihre Region? Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Soziales sind wichtige Themen für Sie? Sie fragen sich, wie die Strukturen entstanden sind, durch die Sie täglich laufen und fahren? Sie machen sich Gedanken über vielfältige Nutzungs- und Bebauungsmöglichkeiten sowie die Verkehrswege dazwischen? Sie möchten Städte, Siedlungen und Landschaften verstehen, ihre Funktionsweise kennenlernen und aktiv an ihrer Entwicklung und Veränderung teilnehmen? Sie interessieren sich für vielfältige Zusammenhänge von der lokalen Ebene Ihrer eigenen Straße bis zur Bundesebene, der europäischen Ebene und sind offen auch für einen internationalen Blickwinkel?

Dann könnte Raumplanung das ideale Studienfach für Sie sein! Raumplanung ist ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, das sich mit den räumlichen Entwicklungen der Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen beschäftigt. Die unterschiedlichen räumlichen Ebenen reichen vom Wohnumfeld und Wohnquartier über den Stadtteil, die Gesamtstadt, die Region, die Landes- und Bundesebene bis zur europäischen und internationalen Ebene.

Aufgabe und Ziel der Raumplanung ist es, unterschiedliche Anforderungen, Konflikte und Chancen im Raum zu analysieren und darauf aufbauend Konzepte, Lösungswege und Strategien aufzuzeigen sowie deren Umsetzung zu begleiten. Aktuelle bzw. zukünftige Problemlagen werden vorausschauend behandelt. Dies können beispielsweise die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Wohnungsmarkt und die Infrastrukturnachfrage sein oder Aspekte von Migration und Stadtentwicklung. Die Folgen des wirtschaftlichen Strukturwandels für die regionalen Arbeitsmärkte und die Standortanforderungen der Wirtschaft sind ebenso diskutierte Themen wie die Konsequenzen der Umweltbelastungen und Umweltrisiken.

 

Querschnittsorientierte Aufgabe

Raumplanung ist eine querschnittsorientierte Aufgabe. Planerinnen und Planer arbeiten fachübergreifend und in interdisziplinären Zusammenhängen. Im Mittelpunkt des Studiums steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Handlungsweisen, durch die Raum genutzt und in Anspruch genommen wird. Ausgangspunkt sind deshalb die raumwirksamen Daseinsfunktionen wie Wohnen, Arbeiten, sich versorgen und sich erholen. Da sich räumliche Nutzungen und Ansprüche vielfach überlagern und miteinander in Konflikt stehen, ist es Aufgabe der Raumplanung, im Interesse des Gemeinwohls die Belange gegeneinander und untereinander abzuwägen und nach umwelt-, sozial- und wirtschaftsverträglichen Lösungen zu suchen. Aufgrund ständiger gesellschaftlicher Veränderungen ist die Raumplanung mit sich wandelnden Nutzungsansprüchen an den Raum konfrontiert, auf die sie innerhalb der genannten Bereiche offen und flexibel eingehen muss. Im Bachelor of Science werden daher folgende Bereiche thematisiert:

•    Städtebau und Stadtgestaltung
•    Umwelt, Natur und Freiraum
•    Gesellschaft und Wirtschaft
•    Infrastruktur (Verkehr, Energie, Wasser, Abfall, soziale und kulturelle Einrichtungen)
•    Bodenordnung und Bodenpolitik
•    Recht und Verwaltung
•    Kultur und Geschichte
•    Immobilienentwicklung

 

Raumplanerische Fähigkeiten

Um Lösungsansätze und Strategien zu erarbeiten und diese umzusetzen, brauchen Planerinnen und Planer neben fachlichem Wissen vor allem die Fähigkeit, Probleme und Situationen analysieren zu können und konzeptionelle, kreative Lösungen zu finden. Ein vielfältiges Interesse, u.a. in Hinblick auf gestalterische, politische, ökonomische, ökologische, juristische und soziologische Themen, ist ebenso hilfreich, wie die Fähigkeit sich schnell in neue Themenfelder einzuarbeiten.

Unverzichtbar sind kommunikative Fähigkeiten für die Arbeit im Team und in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Meinungen von allen am Planungsprozess beteiligten Akteuren, wie z.B. Fachleute, Politikerinnen und Politiker, einzelne Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Behörden oder gesellschaftliche Gruppen. Gelehrt werden zudem umfangreiche Fähigkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens. Für die Analyse, Darstellung und Präsentation kommt neben den Methoden der empirischen Sozialforschung vor allem den Geoinformationssystemen (GIS) und CAD-Programmen (Computer Aided Design) eine wichtige Rolle zu.