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Studienjahr 2008/2009

090 1205

A05 - Thema: Come in and be quiet? - Von der Öffentlichkeit in semi-öffentlichen Räumen

 

Problemstellung

Unter der Flagge des „schlanken Staates“ hat die Privatisierungswelle der vergangenen 20 Jahre auch vor dem „öffentlichen Raum“ – von der Stadthalle über den Bahnhof bis zum öffentlichen Straßenraum –  nicht halt gemacht. Dabei ist die „Privatisierung des öffentlichen Raums“ zunehmend zu einem Kritikpunkt der Stadtentwicklung geworden. Ein öffentlicher Raum, den sich möglichst viele gesellschaftliche Gruppen physisch und symbolisch aneignen können, wird als zentrales Element eines funktionierenden Gemeinwesens gesehen. Parallel dazu wurde andererseits die Bedeutung urbaner Öffentlichkeit auch als ökonomisches Qualitätskriterium wiederentdeckt. Die Gestaltung von Einkaufsstraßen und Shopping-Centern versucht die Lebendigkeit des öffentlichen Raumes und sein „Event-Potenzial“ wiederherzustellen oder – auf der grünen Wiese – zu imitieren. So entstehen aufgrund von Privatisierungskritik einerseits und kommerzieller Republifizierungsstrategie andererseits zunehmend „semi-öffentliche Räume“, die zwar gezielt gesellschaftliche Funktionen übernehmen sollen, andererseits aber bestimmten Zweckrationalitäten unterliegen, die letztlich durch eigentumsbasierte Hausrechte durchgesetzt werden können. Den semi-öffentlichen Raum kennzeichnet also das Spannungsverhältnis zwischen der politisch-gesellschaftlichen Funktion von öffentlichem Raum einerseits und der ökonomischen Zielsetzung des privaten Eigentümers. Insbesondere stellt sich die Frage, ob und inwiefern durch einseitige hoheitliche Regelungen oder vertragliche Vereinbarungen etwa zwischen Kommune und Betreibern das private Hausrecht etwa zugunsten der ungehinderten Grundrechtsausübung in der „Öffentlichkeit im semi-öffentlichen Raum“ eingeschränkt werden darf  oder gar muss.

 

Projektgegenstand

Gegenstand der Projektarbeit sind mehrere konkrete Bauobjekte im Gebiet Rhein/Ruhr, die öffentlich zugänglich sind aber der Bestimmungsmacht privater Eigentümer unterliegen. Hierzu zählen einerseits Einkaufszentren wie das CentrO in Oberhausen und das in Bau befindliche Einkaufszentrum Limbeckerplatz in Essen aber andererseits auch der Flughafen Düsseldorf.

 

Projektziel

Die Studierenden sollen ein fundiertes Verständnis für die Problematik von öffentlichen Nutzungen in halböffentlichen Räumen entwickeln. Hierzu müssen zunächst die verschiedenen Arten von öffentlichen Nutzungen und deren spezifischen Anforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven ermittelt werden. Anschließend sollen mehrere halböffentliche Orte und ihre unterschiedliche Einbindung in das Stadtgefüge beschrieben werden. In einer vergleichenden Analyse sind zum einen die jeweiligen Lagemerkmale (Anforderungen und Auswirkungen) der halböffentlichen Orte zu ermitteln. Die Abschlussaufgabe der Projektarbeit besteht in der Erstellung eines Konzeptes, das öffentliche Nutzungen in semi-öffentlichen Räumen ermöglichen soll.

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Kontakt

Dipl.-Ing. Ramona Schwartpaul