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Studienjahr 2009/2010

090 1205

F05 - Thema: Licht aus oder Spot an? - Aktionsplan „Insolvenz“

 

Problemstellung

Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise führt weltweit zu Gewinneinbrüchen bzw. Verlusten von Unternehmen. Von Fall zu Fall ist dabei umstritten, ob die Krise nur den Katalysator für eine ohnehin erforderliche Marktbereinigung darstellt oder ob der Staat als Krisenhelfer intervenieren soll. Kristallisationspunkt der Diskussion ist die Insolvenz, die einerseits die natürliche Konsequenz anhaltender Ertragsschwäche bzw. Überschuldung darstellt, andererseits zunehmend aber als unverantwortlicher Akt des Unternehmensmordes und der Arbeitsplatzvernichtung perhorresziert wird.

Schon immer hinterlassen Strukturwandel und Wirtschaftskrisen auch Narben im Stadtbild. Die Schließung von Industriestandorten kann zur Verödung ganzer Stadtquartiere führen, der mit dem Niedergang der „Tante-Emma-Läden“ verbundene Wandel der Einkaufsgewohnheiten führte zu erheblichen Verwerfungen in der Stadtplanung. Gegenwärtig stehen nach Hertie und Woolworth die großen innerstädtischen Warenhäuser der Karstadtgruppe wegen der Insolvenz des Arcandor-Konzerns zur Disposition. Die großen Warenhäuser galten lange als Hauptmagneten der Innenstadt. Mit ihrer drohenden Schließung können nicht nur „blinde, tote Flächen“ entstehen, vielmehr droht vor allem in Klein- und Mittelstädten die Verödung ganzer Innenstädte. Andererseits bietet die Warenhauskrise aber auch eine nicht zu unterschätzende Chance: Es kommen hochattraktive Standorte auf den Markt, deren Entwicklung aufgrund ihrer „1A-Lage“ neue Perspektiven nicht nur für Einzelhändler oder andere Investoren, sondern für die Zentrenplanung insgesamt bieten.

 

Projektgegenstand

Im Rahmen des Projektes soll der Umgang der Stadtplanung mit ökonomischem Strukturwandel und Standortschließungen untersucht und Möglichkeiten konzeptioneller raumplanerischer Einwirkung in Krisenbewältigungsverfahren entwickelt werden. Dazu wählen die Projektteilnehmerinnen nach zuvor festzulegenden Kriterien einen bedrohten Warenhausstandort in einer Mittelstadt aus.

 

Projektziel

Ziel im ersten Teil des Projektes ist es, stadtplanerische Erfahrungen mit der Bewältigung bisheriger Wirtschaftskrisen und Standortschließungen auszuwerten. Zudem sollen sich die ProjektteilnehmerInnen die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Krisenbewältigungsverfahren    (Restrukturierung, Übernahme, Insolvenz, Liquidation etc.) erarbeiten. Von diesem Ausgangspunkt gilt es, Ansätze für einen „Krisenaktionsplan“ zu entwickeln, mit dem Planungsperspektiven in die verschiedenen Krisenbewältigungsverfahren eingebracht und ihre spezifischen Möglichkeiten entfaltet werden können.

Im zweiten – konzeptionellen – Teil des Projektes sollen die gewonnenen Erkenntnisse auf die „Warenhauskrise“ angewendet werden. Dabei kann für den zuvor gewählten Standort ein konkretes Handlungskonzept zum stadtstrukturellen Umgang mit der Warenhaus-Schließung erarbeitet werden. Denkbar ist aber auch eine vergleichende Analyse über den strategischen Umgang vergleichbarer Mittelstädte mit der Schließung bzw. von Schließung bedrohter Warenhäuser um daraus einen „Aktionsplan Warenhauskrise“ zu erarbeiten.

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Kontakt

Dipl.-Ing. Markus Gerber