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Die Rolle der Stadtgröße für die räumliche Planung. Der Alltäglichkeit auf der Spur (2008)

Abschlussjahr: 2008

Bearbeitung: Rüdiger, A.

Veröffentlichung: 2009; ISBN 978-3-8300-4317-1 beim Verlag Dr. Kovac

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Ansprechpartnerin: Dr.-Ing. A. Rüdiger

Weiterführende Links: ESPON Projekt: Die Rolle von Klein- und Mittelstädten

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Kurzfassung:

Seit Gründung der Stadt wird das Handeln ihrer politisch-administrativen Einheiten erforscht. Eine Analyse dieses Handelns in Bezug auf die Größe der Stadt fand zunächst nur im Rahmen von Untersuchungen statt, die das gesamte Städtesystem umfassen. Wissenschaftliche, meist geographische Erkenntnisse beschäftigen sich mit Aufgaben, Funktionen und Rolle von Klein- und Mittelstädten im Gesamtgefüge des Raumes. Das schließlich aus dieser Abgrenzung entwickelte Konzept der Zentralen Orte ist eines der bemerkenswertesten Ergebnisse dieser Forschung.

Dieser äußeren Perspektive auf die Unterschiedlichkeit Städtischer Räume und Funktionen stehen wenige Betrachtungen zur größenspezifischen Differenzierung der Planungspraxis dieser Städte gegenüber. In der planungswissenschaftlichen Literatur existieren kaum allgemeingültige Erkenntnisse zum Planungshandeln in Abhängigkeit von der Größe einer Stadt, die über den Horizont von einzelnen Städten hinausgehen. In verschiedenen Einzellfalluntersuchungen werden allenfalls Annahmen zum Planungsverhalten in Abhängigkeit von der Stadtgröße getroffen.

Die derzeit diskutierten Notwendigkeiten einer Veränderung des aktuellen räumlichen Planungsverhaltens (z.B. zur Renaissance der Stadtentwicklungsplanung unter geänderten demographischen Vorzeichen) treffen in besonderem Maße auch Klein- und Mittelstädte. Vielfach findet sich in der planungswissenschaftlichen Literatur die Warnung, dass die aus dem Kontext großstädtischer Entwicklungsplanungen und -strategien hervorgegangenen Schemata der Planungsinhalte, -methodik und -organisation nicht ohne weiteres auf Städte mit geringerer Einwohnerzahl übertragbar seien. Gleichzeitig aber bedeute der gegenüber Großstädten reduzierte Planungsmaßstab durchaus nicht eine dazu parallel verlaufende Verringerung der Aufgabenfelder. Die Ausführungen implizieren die Annahme, dass die Anzahl der Einwohner ein relevantes und beachtenswertes Strukturmerkmal einer Stadt ist.

Diese allgemeinen Aussagen stützen sich jedoch nicht auf Erkenntnisse, die aus empirischen Analysen gewonnen wurden. An diesem Defizit setzt die vorliegende Untersuchung an.

Zentrale Thesen und Annahmen der planungswissenschaftlichen Literatur seit Erlass des Bundesbaugesetzes 1960 werden kategorisiert und in der Planungspraxis von Mittelstädten überprüft: Anhand einer Online-Befragung in allen ca. 600 bundesweiten Städten zwischen 20.000 und 100.000 Einwohner werden „Methoden und Instrumente, Arbeits- und Organisationsformen der räumlichen Planung in bezug zur Stadtgröße analysiert. Eine, diesen Ergebnissen folgende Befragung ausgewählter Schlüsselpersonen dient der qualitativen Bewertung von Hypothesen zum Planungsverständnis in Abhängigkeit von der Stadtgröße, die mit Ergebnissen der quantitativen Analyse verglichen werden.

Ziel der Arbeit ist es festzustellen, ob und wie sich die Stadtgröße auf das Planungshandeln von Städten auswirkt.

In einem explorativen Forschungsfeld ist es nicht möglich, alle Ergebnisse in Hypothesen zu antizipieren. Die Relevanz, der sich durch die Literaturanalyse ergebenen Resultate wird anhand identifizierter Notwendigkeiten zum Umgang mit dem Demographischen Wandel in der räumlichen Planung auf kommunaler Ebene bestimmt.

Die Untersuchung dokumentiert damit einen breiten Ausschnitt der kommunalen Planungspraxis in den untersuchten Mittelstädten und verifiziert, aber falsifiziert auch einzelne Thesen der Fachdiskussion der letzten 40 Jahre.