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Conrad Helge (2011) Ein bisschen Schwund ist immer?

 

 

 


Titel:  Ein bisschen Schwund ist immer? Strategien im Umgang mit dem Bevölkerungsrückgang der Stadt Essen

 

Betreuer: Univ.- Prof’in Dr.-Ing. Sabine Baumgart (SRP), Univ.- Prof. Dr. Thorsten Wiechmann (ROP)

Jahr: 2011

E-Mail: helge.conrad@tu-dortmund.de

Themenfeld: Demographischer Wandel und Stadtumbau

Schlagworte: Schrumpfende Städte, Schrumpfung, Ruhrgebiet, Essen, Bevölkerungsentwicklung, Strukturwandel, Strategien

 

Kurzfassung: Zwischen 1961 und 2010 hat die Stadt Essen unter den Großstädten der „alten“ Bundesländer absolut die meisten Einwohner (-174.405 Personen) verloren. Nahm Essen bis in die 1980er-Jahre noch den fünften Rang unter den größten Städten der Bundesrepublik ein, so ist die Stadt bis heute auf Rang neun zurückgefallen. Bis zum Jahr 2025 rechnet die Stadt Essen zudem mit einem weiteren Verlust von rund 40.000 Einwohnern.

Die Folgen dieses Einwohnerverlusts sind u. a. ein Rückgang der Steuereinnahmen und der Zuweisungen des kommunalen Finanzausgleichs, ein wachsender Wohnungsleerstand sowie eine sich verschärfende soziale Segregation.

Erklärungsansätze für den Essener Bevölkerungsverlust sind ein starker Rückgang der Geburtenziffer und damit einhergehend ein deutlicher Sterbefallüberschuss (unter den 15 größten deutschen Städten hat Essen den höchsten Sterbefallüberschuss je 1.000 Einwohner und den zweithöchsten Anteil über 65-Jähriger) sowie eine sehr zurückhaltende Wohnungsbautätigkeit, die u. a. zu einem hohen Bodenpreisniveau in Essen führte. Hinzu kamen bis in der 1970er Jahre arbeitsplatzbedingte Wanderungsverluste aufgrund der Schließung von Zechen und Zuliefererbetrieben und bis in die 1990er Jahre Suburbanisierungsverluste. Diese sind allerdings im Vergleich mit den anderen größten nordrhein-westfälischen Großstädten gering gewesen, fielen in den letzten zehn Jahren zuletzt leicht negativ bis ausgeglichen aus und waren vor allem von Wanderungsverlusten in angrenzende, kreisfreie Großstädte geprägt.

Folgende beispielhaft ausgewählte Strategien im Umgang mit dem Bevölkerungsrückgang der Stadt Essen können aufgeführt werden:

• Im Handlungsfeld „Verwaltungshandeln“ ist zum einen eine stärkere stadtentwicklungspolitische Auseinandersetzung mit   dem anhaltenden Bevölkerungsrückgang in Form eines Demographie-Monitors, in dem aktuelle demographierelevante Daten bereitgestellt werden, zu nennen. Zum anderen wird die Einsetzung einer/eines Demographie-Beauftragten angeregt, deren/dessen Aufgabe es ist, in einem zu erarbeitenden Handlungskonzept Demographie formulierte Maßnahmen und Projekte umzusetzen.

• Im Handlungsfeld „Wohnen und Städtebau“ wird eine durch Politik und Verwaltung forcierte erhöhte Wohnbautätigkeit vorgeschlagen, die im Sinne einer verstärkten Innenentwicklung durch die Bebauung von Brachflächen und Baulücken und die Weiter- und Umnutzung vorhandener Einfamilienhausbestände („empty nest“) umgesetzt werden kann.

• Im Handlungsfeld „Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Essen“ wird eine stärkere Profilierung der Stadt Essen als Wissenschaftsstandort empfohlen. Geschehen kann dies in Form einer stärkeren Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung, ansässiger Wirtschaft und Wissenschaft in den standortbedeutsamen Wachstumsbranchen der Stadt Essen beispielsweise durch die Schaffung eines Clusters „Klimaforschung und erneuerbare Energien“.

 

 

 

Abstract Helege Conrad (englisch)