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Heitkötter, Rieke (2009) Der kommunale Konkurrenzkampf um Anwohner vor dem Hintergrund des Demographischen Wandels

 

 

 


Titel: Der kommunale Konkurrenzkampf um Anwohner vor dem Hintergrund des Demographischen Wandels

Betreuer: Univ.Prof'in Dr. Sabine Baumgart

Jahr: 2009

E-Mail: rieke.heitkoetter@uni-dortmund.de


Themenfeld: Demographischer Wandel und Stadtumbau

Schlagworte: Einwohnerkonkurrenz Demografischer Wandel, Mittelstadt.

Kurzfassung: Der Demografische Wandel erfährt in Deutschland insbesondere in den letzten Jahren eine besondere Dynamik, welche sich unmittelbar auf die kommunale Politik und Planung auswirkt. Aufgrund der Kriterien der Steuerverteilung und des kommunalen Finanzausgleichs ist eine wachsende Einwohnerzahl mit steigenden kommunalen Einnahmen verbunden. Im Zuge einer bundesweit steigenden Bevölkerungszahl hatte lange Zeit ein Großteil der Kommunen fast automatisch steigende Einnahmen zu verzeichnen. Mit Beginn des Demografischen Wandels ist jedoch nicht mehr oberstes Ziel, die kommunalen Einnahmen zu erhöhen, sondern die kommunalen Einnahmen vor einem erheblichen Einbruch zu schützen. So wird der kommunale Konkurrenzkampf um Anwohner vielerorts immer offensiver angegangen. Eine Analyse anhand der Strategien der drei Mittelstädte Werne, Bergkamen und Lippstadt zeigt, dass hierbei der Demografische Wandel zu wenig berücksichtigt wird. Dies ist unter anderem auf Wissensdefizite zurückzuführen. Trotz der bundesweit sinkenden Bevölkerungszahl weisen viele Kommunen in erheblichem Maße Wohnbauland aus, in dessen Folge nicht benötigte Infrastruktur bereitgestellt wird. Die Zielgruppe der Anwerbung ist in erster Linie die schrumpfende Gruppe der gebürtig aus Deutschland stammenden einkommensstarken Familien mit Kindern. Grundsätzlich besteht im kommunalen Konkurrenzkampf um Anwohner die Gefahr, diesen zu konsequent anzugehen. Interkommunale Kooperationen sind zwar in Werne und Bergkamen gängige Praxis, nicht jedoch in Hinblick auf den Demografischen Wandel. Um in Zukunft eine ruinöse Einwohnerkonkurrenz zu vermeiden, ist den Kommunen zu empfehlen, ihre Strategien an den Demografischen Wandel anzupassen. Voraussetzung für die genannte Anpassung ist eine entsprechende Datenbasis, die sowohl für Politik und Verwaltung als auch für die Bürger als demografische Informationsgrundlage dient und somit Wissensdefizite bereinigt. Auf dieser Grundlage ist es möglich, künftige Wohnbaugebiete nur noch nach dem tatsächlichen Bedarf auszuweisen. Im Konkurrenzkampf um Anwohner sollte nicht mehr die Quantität, sondern die Qualität der Grundstücke von Bedeutung sein. Um die Kosten für die benötigte Infrastruktur möglichst gering zu halten, sollte im Bereich der Stadtentwicklung stets gemäß dem Grundsatz ´Innenentwicklung vor Außenentwicklung´ vorgegangen werden. In Hinblick auf die Zielgruppenorientierung, sollten die Kommunen nicht ihre Energie bzw. ihre Gelder darauf verschwenden, um schrumpfende Bevölkerungsgruppen zu „kämpfen“, sondern das Potenzial nutzen, welches wachsende Bevölkerungsgruppen bergen. Um auf den Zeitpunkt vorbereitet zu sein, wenn kommunale Aufgabenbereiche nicht mehr wirtschaftlich bewältigt werden können, sollten sich die Kommunen schon heute auf die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern begeben. Nur so ist es möglich, die Finanzpolitik auch in Zukunft nachhaltig zu gestalten. Ansonsten wird der Demografische Wandel unweigerlich zu einer ruinösen Einwohnerkonkurrenz führen.

/c1urp004/de/lehre/Diplomarbeiten/Poster_der_Dipl_-Arbeiten/Poster_2009/Plakat_Heitkoetter_SB.pdf