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Meyer zum Alten Borgloh, Lutz (2008) Demographie als Leitbild?

 

 

 


Titel: Demographie als Leitbild?

Betreuer: Dipl.-Ing. A. Rüdiger, Dipl.-Ing. A. Münter (RLP)

Jahr: 2008

E-Mail: lutz.meyer@uni-dortmund.de


Themenfeld: Demographischer Wandel und Stadtumbau

Schlagworte: Demographischer Wandel, strategische Stadtentwicklungsplanung, Dülmen

Kurzfassung: Zusammenfassung der Diplomarbeit Hintergrund Räumliche Planungen unterliegen permanent ungünstigen Voraussetzungen: Struktureller Wirtschaftswandel, sozialer Wandel oder der demographische Wandel machen ständige Anpassungen räumlicher Strukturen erforderlich. Da Unklarheit über die zu erwartende Entwicklung herrscht, weisen Kommunen in der Regel mehr Bauland aus, als sie eigentlich benötigen. Dieses ‚Bauland Paradoxon’ sorgt für strukturelle Überangebote in Teilmärkten, die nur in wenigen Wachstumsregionen oder bei einer sehr gesteuerten Ausweisung gering ausfallen. Inhalt der Arbeit Eine gezielte und langfristige Planung benötigt gesicherte Erkenntnisse über die Zukunft. Die Diplomarbeit ‚Demographie als Leitbild?’ entwickelt einen Kriterienkatalog für eine strukturierte SWOT-Analyse und wendet diese auf die Stadt Dülmen an. Um diese zu verdeutlichen, verwendet die Arbeit ein Negativ-Szenario. Die hierfür benötigte Systemanalyse der demographischen Voraussetzungen ergibt im Kern, dass die Bevölkerung altert und die Elterngenerationen sich nur noch zu etwa 2/3 ersetzen. Somit ergibt sich ein Wandel der Bevölkerungsstruktur von einer Pyramiden- zu einer Urnenform. Daneben ergeben sich durch eine regionale Ausdifferenzierung Wachstumskerne und Schrumpfungsregionen. Ob und in welchem Ausmaß Kommunen von Schrumpfung betroffen sind, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab, die z.T. aus der bisherigen Entwicklung ablesbar sind. Insgesamt verringert sich die Bevölkerung von 2006 national um -0,61 % bis -2,44 % bis 2020. Die lokale und regionale Betroffenheit dürfte sich deutlich unter oder deutlich über diesem allgemeinen Trend bewegen. Als Rahmenbedingungen der Entwicklung eines Szenarios wird der grundsätzliche Einfluss der demographischen Entwicklung auf die Flächennachfragen und das Flächenangebot analysiert. Insgesamt lässt sich eine rückläufige Nachfrage nach Wohnimmobilien vermuten, bei gleichzeitiger Zunahme von kleinen Haushaltsformen. Die stärkste Nachfragegruppe von Wohnimmobilien wird in Zukunft die Gruppe der 45- bis 80-Jährigen stellen, wohingegen die Bedeutung von wandernden Familien abnehmen wird. Da die Bodenmärkte von individuellen lebenszyklischen Wohnkarrieren abhängen, lässt sich eine Verringerung der Nachfrage nach freistehenden Einfamilienhäusern, lokaler Nachfragesubstitution durch Ruhesitzwanderungen von ‚Best-Agern’, eine Verschiebung im Eigentumserwerb von Neubau- zu Bestandsimmobilien und die Zunahme der Bedeutung von integrierten Lagen vor allem für Schwellenhaushalte ausgehen. Der Preis ist zentraler Steuerungsfaktor der Kommunen: Im Münsterland agieren diese über unverhältnismäßig günstige Neubaulandausweisungen. Dabei wirkt sich der Preis für Wohnneubauland negativ auf den Preis der Bestände aus. Die notwendigen Investitionen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen leiden unter geringen Renditeerwartungen, somit wirkt eine zu günstige Neuausweisung doppelt negativ in diesen Kommunen. Liegt der Preis auf einem zu niedrigen Niveau, so entsteht ein Down-Grading im Bestand, Leerstände sind die Folge. Regional steht ein Wanderungstrend zurück in die Kernstädte einem Trend zu relativ großen und günstigen Parzellen im Umland gegenüber. Hier konzentrieren sich Besserverdienende Haushalte, die eine höhere Eigentumsquote aufweisen. Aber auch altersstrukturell homogene Reihen- und Doppelhausbebauung der 1950er bis 1970er Jahre, die von Leerständen überproportional betroffen ist, lässt sich in den Städten des Münsterlandes häufig vorfinden. Es ergibt sich ein Überangebot von kleinen Wohnungen und damit einhergehend Leerständen, bei gleichzeitigem Neubaubedarf. Als bedeutende Faktoren des Wachstums- und Entwicklungspotentials von Kommunen, gilt die Größe und Lage eines Ortes sowie deren infrastrukturelle Ausstattung. Daneben spielen die Breite des Angebotes, die Erreichbarkeit, der Preis und der Wunsch von werdenden Familien im Grünen zu leben zentrale Rollen im Kräftespiel von konkurrierenden Ortschaften. Als Wachstumsräume gelten Orte in der Nähe von Oberzentren, die unter etwa 10.000 Einwohnern liegen, deren infrastrukturelle Ausstattung gut, aber nicht überragend ist. Ergebnis Da lokale Handlungskonzepte ein möglichst genaues und strukturiertes Bild der Ausgangslage benötigen, zeigt in der Arbeit eine SWOT-Anaylse der demographischen räumlich wirksamen Prozesse die Entwicklungspfade der Stadt Dülmen auf. Dabei bedient sich die Diplomarbeit eines Kriterienkataloges, dem die gesicherten demographischen Entwicklungen, die Trends und qualitativen und quantitativen Aussagen zugrunde liegen. Das Ergebnis stellt eine qualitative Analyse der demographischen Bedingungen der Stadtentwicklung Dülmens über die Aspekte der Siedlungsgeographie, über die flächenhaft wirksamen Auswirkungen mittels einer Analyse des Siedlungsbestandes sowie über die mögliche demographische Entwicklung der Stadt und über die Ausstattung der Stadt mit Infrastruktur dar. In einem Szenario werden diese Analyseergebnisse auf den Zeitpunkt 2020 projiziert und abschließend vorhandenen lokalen und regionalen Leitbildern gegenübergestellt, um so Kriterien für die Definition von strategischen und demographischen Zielen der flächenbezogenen Stadtentwicklung aufzustellen. Dazu gehören unter anderem die Identifikation der Möglichkeiten und Kosten der künftigen Stadtentwicklung, die frühzeitige Rücksichtnahme auf die demographische Realität, die Entwicklung eines regionalen Flächenmonitorings und die Prüfung von Schrumpfungspotentialen. Informelle Instrumente sollten dabei als Ergänzung zu bestehenden Planungsinstrumenten zum Einsatz kommen, um lokale Grundkonsense zu erreichen, lokale und regionale Flächenmanagementstrukturen zu etablieren und die kommunalen Vorteile in den Vordergrund der Stadtpolitik zu stellen.

/c1urp004/de/lehre/Diplomarbeiten/Poster_der_Dipl_-Arbeiten/Poster_2008/lutz-meyer-v-borgloh-Plakat_Din_A3_Diplomarbeit-AR.pdf