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Schwartpaul, Ramona (2008) Stadtentwicklung unter Schrumpfungsbedingungen – Handlungsempfehlungen für bürgerschaftliches Engagement im Bereich der kommunale

 

 

 


Titel: Stadtentwicklung unter Schrumpfungsbedingungen – Handlungsempfehlungen für bürgerschaftliches Engagement im Bereich der kommunalen Freiraumentwicklu

Betreuer: Univ.Prof'in Dr. Sabine Baumgart, Prof. Dr. Rainer Danielyzyk (ILS)

Jahr: 2008

E-Mail: ramona.schwartpaul@tu-dortmund.de


Themenfeld: Demographischer Wandel und Stadtumbau

Schlagworte: Stadtumbau, Freiraumentwicklung, bürgerschaftliches Engagement, Brachflächen, Zwischennutzung

Kurzfassung: ANLASS UND ZIELSETZUNG Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl an innerstädtischen Brachflächen und den zurückgehenden finanziellen Mittel werden gegenwärtig in der Fachliteratur und der Planungspraxis verschiedene Auswege für die öffentliche Grünflächenpflege diskutiert und praktiziert. Auslöser dieser Entwicklung ist insbesondere der demographische und ökonomische Schrumpfungsprozess, der sich sowohl in ost- als auch in westdeutschen Städten vollzieht. Bei der Suche nach Lösungswegen geht es dabei vor allem darum, neben der Wirtschaft auch die Bürger stärker miteinzubeziehen bzw. sie für eine Mitarbeit und Mitgestaltung im Bereich der kommunalen Freiraumentwicklung zu motivieren. Allerdings liegen diesbezüglich in vielen deutschen Städten noch keine bzw. nur wenige Erfahrungen vor. Die Arbeit greift dieses Problem auf und befasst sich konkret mit der Ebene der Umsetzung von bürgerschaftlich realisierten Freiraumprojekten. Sie geht der zentralen Forschungsfrage nach, welche Voraussetzungen unter Schrumpfungsbedingungen auf Seiten der öffentlichen Hand und der Bürger erfüllt sein müssen, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken und zu fördern. Ziel der Arbeit ist es, praxisorientierte Handlungsempfehlungen zu formulieren, die sich an die Stadtverwaltung und die Bürger schrumpfender Kommunen richten. METHODISCHES VORGEHEN Dazu werden im ersten Teil der Arbeit zunächst die planungstheoretischen Grundlagen bezüglich der Stadt- und Freiraumentwicklung unter Schrumpfungsbedingungen erarbeitet. Zudem erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Themenbereich des bürgerschaftlichen Engagements, wobei hier ebenfalls ein Schwerpunkt auf das Engagement im Freiraum gelegt wird. Aufbauend auf den theoretischen Teil werden letztlich so genannte Bausteine des bürgerschaftlichen Engagements formuliert, die im empirischen Teil der Arbeit als Ausgangspunkt für die Analyse von Fallstudien dienen. Untersucht werden die Bausteine:  Information und Motivation,  Personenkreis,  Unterstützung,  Kommunikation sowie  planerische und rechtliche Rahmenbedingungen. ERGEBNIS Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass bürgerschaftliches Engagement auf verschiedenem Wege entstehen kann. Unbestritten ist die Tatsache, dass bürgerschaftliches Engagement dort zum Ausdruck kommt, wo Bürger von sich aus, d.h. „von unten“ ein Projekt anstoßen, planen und umsetzen. Andererseits kann sich das Engagement der Bürger aber auch in „von oben“ initiierten Freiraumprojekten zeigen. Letzteres ist insbesondere in den alten Bundesländern zu beobachten. Hier werden die Freiraumprojekte noch vorwiegend durch die öffentliche Hand veranlasst, wobei hingegen die ostdeutschen Städte mehrere Projekte aufweisen, die von der Bürgerschaft selbst angeregt und umgesetzt werden. Begründet werden kann dies u.a. mit der unterschiedlichen Bebauungsstruktur und der Dimension der Brachflächen. So bieten Baulücken in Gründerzeitquartieren ein anderes Ambiente und mehr Potenzial als beispielsweise großflächige Industriebrachen. Generell lässt sich bei der Auswertung der Fallstudien ein sehr differenziertes Bild erkennen, denn die bürgerschaftlich realisierten Freiraumprojekte finden alle unter verschiedenen Rahmenbedingungen statt – angefangen von der zugrunde liegenden Intention über die räumliche Lage und die umgebende Bebauungsstruktur bis hin zu lokalen Flächengegebenheiten. Dennoch lassen sich insbesondere im Projektablauf gewisse Ähnlichkeiten identifizieren, die sich gleichermaßen fördernd bzw. hemmend auf das bürgerschaftliche Engagement auswirken. Durch die Herausarbeitung dieser Aspekte werden im Rahmen der Arbeit praxisorientierte Handlungsempfehlungen formuliert, welche sich einerseits auf die allgemeinen Rahmenbedingungen und andererseits auf die Bausteine des bürgerschaftlichen Engagements beziehen. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN Übergreifend wird zunächst empfohlen, dass die öffentliche Hand eine Öffentlichkeitsarbeit leistet, mit der die Position der Bürger gestärkt und generell der Gedanke der bürgerschaftlichen Freiraumnutzung verbreitet wird. Hierzu muss die Kommune die Bewohner verstärkt auf Engagementmöglichkeiten und Flächenpotenziale aufmerksam machen, indem beispielsweise Brachflächenbörsen eingerichtet und Beispielprojekte dargelegt werden. Auch in Bezug auf konkrete Vorhaben ist es besonders wichtig, die Bürger entsprechend zu informieren und zu motivieren. Hierzu sollten die Initiatoren auf die Kombination verschiedener Medien zurückgreifen und diese entsprechend der Zielgruppe anpassen. Aufsuchende Tätigkeiten und persönliche Kontakte sind dabei insbesondere für sozial schwächer gestellte Gruppen und Migranten unverzichtbare Bestandteile. Darüber hinaus ist ausreichend Informationsmaterial zu verschiedenen Themenbereichen zur Verfügung zu stellen. So kann insbesondere der Umgang mit rechtlichen Aspekten erleichtert und unwägbare persönliche Risiken, wie sie z.B. durch eine mangelnde Haftpflichtversicherung entstehen können, abgewendet werden. Besonders wichtig ist es zudem, die verschiedenen Organisationsformen des bürgerschaftlichen Engagements gleichgewichtig zu unterstützen, d.h. auch auf informelle Zusammenschlüsse wie z.B. Initiativen einzugehen.

/c1urp004/de/lehre/Diplomarbeiten/Poster_der_Dipl_-Arbeiten/Poster_2008/Poster_SRP_Ramona_Schwartpaul.pdf