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Wulf, Meike (2008) Das Instrument des Housing Improvement District -Erste Empfehlungen zur Initierung von HIDs Wohnquartieren mit einer heterogenen Eignetümer konstellation

 

 

 


Titel: Das Instrument des Housing Improvement District -Erste Empfehlungen zur Initierung von HIDs Wohnquartieren mit einer heterogenen Eignetümer konstellation

Betreuer: Univ.Prof'in Dr. Sabine Baumgart, Dipl.-Ing. Angelika Münter (RLP)

Jahr: 2008

E-Mail:  meikewulff@mgx.de


Themenfeld:  Neue Verfahren und Instrumente in der Stadt- und Regionalplanung

Schlagworte:  Instrumente, Quartiersentwicklung, HID, Hamburg Steilshoop, Dortmund Nordstadt, Herne- Wanne

Kurzfassung:

Bei dem Housing Improvement District (HID) handelt es sich um ein neues kooperatives Instrument zur Erneuerung und Entwicklung von Wohnquartieren. Dabei steht im Mittelpunkt die Selbstorganisation von Eigentümer, die innerhalb einer privaten Initiative in eigenverantwortlich, durch eine Landesgesetzgebung rechtlich abgesichert, Maßnahmen zur Wohnquartieraufwertung und -erneuerung umsetzen und letztendlich die Maßnahmen, mittels einer gemeinsamen verpflichteten Abgabe aller betroffenen Eigentümer im HID-Gebiet, finanzieren. Durch den formellen Rahmen und dem damit verbundenen neuartigen Organisations- und Finanzierungsmodell ist es nun möglich, die mit dem bereist bestehenden informellen kooperativen Instrumenten der Quartiersentwicklung verbundene Probleme, wie u. a. das so genannte ’Trittbrettfahrerproblem’ zu überwinden. Jedoch ist das HID-Instrumentarium im Wirkungsbereich stark eingeschränkt. Es können in Rahmen eines HID nur bestimmte Problemlagen behoben werden, da nur Maßnahmen umsetzbar sind, die zusätzlich zu den öffentlichen Aufgaben erfolgen, wie Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums, Dienstleistungen sowie Imageverbesserungen. Die eigentlichen grundlegenden Probleme innerhalb der Wohnquartiere, wie bspw. Wohnungsleerstand bedürfen daher weiterhin einer integrativen Steuerung, in Form von hoheitlich gesteuerten Verfahren (Stadtumbau, Soziale Stadt usw.). Das HID kann somit die bestehenden Instrumentarien nicht ersetzen sondern lediglich ergänzen. Insgesamt ergibt sich jedoch durch den hohen Organisationsgrad und den neuen Finanzierungsmodell innerhalb eines HID eine neue Perspektive und Chancen für die Erneuerung von Wohngebieten. Die mit dem HID-Instrumentarium verbundenen neuen Möglichkeiten und Chancen der Quartierserneuerung implizieren große Erwartungen seitens der städtischen und privaten Akteure an das HID-Instrumentarium. So werden derzeitig erste HIDs in Deutschland erprobt, wobei sich die Modelle alle in der Initiierungsphase befinden. Vor dem Hintergrund des großen Interesses der Fachöffentlichkeit an dem Instrumentarium wurden in dieser Arbeit die ersten Erfahrungen mit dem HID-Modell aus Hamburg, Dortmund und Herne zusammengetragen, im Kontext des Idealmodells des HID und der Theorie der kooperativen Planung analysiert und erste allgemeine Rückschlüsse auf die HID-Initiierung gewonnen. Aus der vergleichenden Analyse hat sich herausgestellt, dass der Initiierungsprozess eines HID ein komplexes und sehr arbeitsaufwändiges Verfahren ist. Innerhalb des HID-Initiierungsprozesses werden die Grundlagen für die Einrichtung eines HID geschaffen, so hängt von dem Verlauf der Initiierungsphase der Erfolg eines HID ab und bedarf daher einer entsprechenden sorgfältigen Vorgehensweise. So müssen neben der konzeptionellen Ausgestaltung die betroffenen Eigentümer von der HID-Initiierung überzeugt werden. Gelingt dies nicht kann ein HID nicht umgesetzt werden. Zudem müssen bestimmte Strukturen und Grundvoraussetzungen für die Initiierung eines HID erfüllt werden. So muss es generell einen Anlass bzw. ein Handlungserfordernis innerhalb eines Quartiers geben, die die Einrichtung eines HID rechtfertigt. Zudem muss innerhalb eines möglichen HID-Gebietes ein Mindestmaß an Eigeninitiative und Engagement bei einigen Eigentümern vorherrschen. Ist dies nicht der Fall ist eine HID-Initiierung nicht möglich bzw. mit einem erheblichen Arbeits- und Überzeugungsaufwand verbunden, der die Einrichtung eines HID nicht rechtfertigen würde. Sind die Grundvoraussetzungen geben können weitere Strukturen förderlich für die Entstehung eines HID sein, wie u.a. eine gewisse Nutzungs- und Interessenshomogenität innerhalb des Wohngebietes sowie eine bestehende Kooperationskultur oder etablierte Kooperationsstrukturen innerhalb des geplanten HID-Gebietes. Es ist jedoch zu beachten, dass die in der Arbeit formulierten Ergebnisse und Empfehlungen auf den aller ersten Erfahrungen mit dem HID-Instrumentarium beruhen und daher in den nächsten Jahren, durch weitere Erfahrungen mit dem HID in der Praxis erweitern bzw. modifizieren werden müssen.