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Kleineicken, Daniel Ulrich (2010) Regionalmanagement als Konzept zur Steuerung integrierter ländlicher Entwicklungsprozesse

 

 

 


Titel: Regionalmanagement als Konzept zur Steuerung integrierter ländlicher Entwicklungsprozesse - Möglichkeiten und Grenzen der Prozesssteuerung am Beispiel der LEADER-Region Steinfurter Land

Betreuer: Dr.–Ing. Andrea Rüdiger, Dr. des. Achim Prossek (ROP)

Jahr: 2010

E-Mail: Daniel.Kleineicken@gmx.net


Themenfeld: Regionalplanung/ Regionalmanagement/ Interkommunale Kooperation

Schlagworte: Regionalmanagement, integrierte ländliche Entwicklung, Prozesssteuerung

Kurzfassung: Im Zuge der Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen für staatliches Handeln sowie räumliche Planung und Entwicklung hat sich das informelle Konzept Regionalmanagement innerhalb der integrierten ländlichen Regionalentwicklung zunehmend etabliert und in der Praxis einer Fülle an verschiedenen Organisationsformen und Entwicklungsaufgaben angenommen. Im ländlichen Entwicklungsprozess bildet das Regionalmanagement den zentralen organisatorischen Kern des regionalen Akteursnetzwerks und hat die erfolgreiche Steuerung des Gesamtprozesses inklusive der daran beteiligten Akteure und der darin bearbeiteten Projekte zur Aufgabe. Integrierte ländliche Entwicklungsprozesse vollziehen sich jedoch in einem komplexen Spannungsfeld heterogener Akteure und Interessen, innerhalb dessen Regionalmanagement agiert. Ihr positiver Verlauf ist von einem umfangreichen Set sogenannter Erfolgsfaktoren abhängig, welche je nach Ausprägung vor Ort die Stellschrauben für den Prozesserfolg darstellen und somit direkt auf die Prozesssteuerung als zentrale Aufgabe des Regionalmanagements einwirken. Vor diesem Hintergrund wird in der vorliegenden Diplomarbeit anhand der Analyse des ländlichen Entwicklungsprozesses der LEADER-Region Steinfurter Land und des dortigen Regionalmanagements untersucht, inwiefern es dem Konzept gelingt, die prozessbestimmenden Erfolgsfaktoren zu instrumentalisieren und zur Prozesssteuerung aktiv einzusetzen. Das Ziel besteht darin, die zentralen Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts zur Steuerung integrierter ländlicher Entwicklungsprozesse aufzuzeigen und seine Prozesssteuerungsfähigkeiten zu bewerten. Dafür wird mittels eines Sets von insgesamt 13 Erfolgsfaktoren zunächst ein untersuchungsleitendes Analyseraster entwickelt, anhand dessen Anwendung auf den konkreten Einzelfall LEADER-Region Steinfurter Land sowohl die Ausprägung der jeweiligen Faktoren als auch deren Steuerungsfähigkeit durch das dortige Regionalmanagement untersucht und bewertet werden. Aus den Untersuchungsergebnissen werden anschließend die zentralen Einflussgrößen auf die Prozesssteuerungsfähigkeiten des informellen Konzepts Regionalmanagement abgeleitet. Als Ergebnis der Untersuchung zeigt sich, dass dem an das Konzept gestellten Steuerungsanspruch nur wenige Möglichkeiten des Regionalmanagements zur Steuerung integrierter ländlicher Entwicklungsprozesse gegenüberstehen. Das Konzept besitzt in jenen Bereichen Steuerungspotenziale, in denen keine formelle Entscheidungsautonomie nötig ist und es den Interaktionsprozess der regionalen Akteure zu befördern gilt. So ist es in aller erster Linie für die Entscheidungsvorbereitung zuständig und damit für das Aufgreifen und Ausarbeiten von aus der Kooperation und Interaktion entstehenden Impulsen. Soll jedoch die Prozesssteuerung mit Hilfe des informellen Konzepts erfolgreich betrieben werden, so stößt dieses hauptsächlich aufgrund seiner originär fehlenden Entscheidungsautonomie an deutliche Grenzen. Zahlreiche Erfolgsfaktoren können aufgrund fehlender Machtbefugnisse und daraus resultierendem mangelnden (politischen) Standing in Verhandlungen vom Regionalmanagement nicht gesteuert werden, weshalb dessen Prozesssteuerungsfähigkeiten als gering einzuschätzen sind.

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