Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

Bleidorn, Yvonne (2008) Eine Immobilien- und Standortgemeinschaft für Lippstadt - Erarbeitung von Handlungsempfehlungen

 

 

 


Titel: Eine Immobilien- und Standortgemeinschaft für Lippstadt - Erarbeitung von Handlungsempfehlungen

Betreuer: Univ.Prof'in Dr. Sabine Baumgart, Dipl..-Ing. Dirk Drenk (GWP)

Jahr: 2008

E-Mail:  yvb@gmx.net


Themenfeld: Stadtmarketing, Standortmarketing

Schlagworte:  BID, ISG, Innenstadtentwicklung, Stadtmarketing

Kurzfassung:
In vielen Innenstädten lässt sich eine zunehmende Verödung feststellen. Im Wesentlichen werden dafür ein struktureller Wandel, schnell wachsende Trends, veränderte Bevölkerungsstrukturen sowie die Ansiedlung großer Einkaufszentren verantwortlich gemacht. Es ist kaum auszumachen, ob zuerst ein Rückgang der Besucherfrequenz auftrat, oder ein Umbruch in der Handelslandschaft einsetzte, jedoch ist eine Negativspirale in Gang gekommen, die weitere Funktionsverluste der Innenstädte nach sich zog. Dieser Entwicklung kann nicht mehr mit Hilfe der bisherigen Marketingmaßnahmen entgegengewirkt werden. Folglich muss ein neues planerisches Instrument her, das alle wichtigen Akteure einbindet. Dazu wird auf das langjährig in den USA etablierte Modell der Business Improvement Districts (BID) zurückgegriffen, das seine Umsetzung in Deutschland in unterschiedlichen Varianten fand. Seit 2004 unterstützt das Ministerium in Nordrhein Westfalen die Gründung einer dieser Varianten, die Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) und bereitet seit 2007 die Ergänzung durch ein gesetzliches Modell vor. Die Auseinandersetzung mit den ursprünglichen BIDs aus den USA und den verschiedenen deutschen Modellen verdeutlicht die Möglichkeiten und Grenzen dieses Instruments. Dadurch ergibt sich auch die Frage wie eine ISG aufgestellt sein muss, um erfolgreich zu sein und ob die freiwillige oder die gesetzliche Variante zu bevorzugen ist. Um den urbanen Charakter der Zentren gezielt wieder zu stärken, ist es wichtig, die Bedürfnisse der Nutzer zu kennen und Qualitätsmerkmale für ein lebendiges Quartier herauszuarbeiten. Der Wandel in den verschiedenen Bereichen wirft die Forschungsfrage auf, mit welchen Maßnahmen das Ziel eines urbanen Quartiers erreicht werden kann. Auf der Grundlage der theoretischen Auseinandersetzung entstand ein Mehrebenenmodell, das die wichtigsten Arbeitsbereiche und deren Zusammenhänge verdeutlicht. Die Erkenntnis, dass Vielfalt, Qualität und Individualität das Fundament für eine urbane Stadt sind, machen diese Aspekte zu Grundprinzipien auf allen Ebenen. Als Grundvoraussetzungen sind die Themen Erreichbarkeit, Sauberkeit und Sicherheit anzusehen. Die gestalterische Ebene umfasst die Aufwertung des öffentlichen sowie privaten Raumes und die funktionale Ebene bezieht sich auf Verbesserungen der städtischen Funktionen Gewerbe, Kultur/Freizeit und Soziales. Ohne entsprechende Inszenierung fehlt ein wesentlicher Erfolgsfaktor, daher muss auch eine emotionale Ebene berücksichtigt werden. Aus diesem Mehrebenenmodell wurde der Analysebogen entwickelt, der für die Erarbeitung der Diplomarbeit als strukturgebendes Mittel anzusehen ist, da auf der Basis dieses Instrumentes die Analyse von best-practice Beispielen, eine Standortanalyse sowie die Benennung von konkreten Zielen und Maßnahmen erfolgte. Beispielhaft wurde mit Hilfe des Analysebogens eine strukturierte Standortanalyse der westlichen Altstadt von Lippstadt durchgeführt und hat vielfältige Probleme aber auch Chancen aufgedeckt. Die derzeitige Situation des untersuchten Gebietes ist noch als sehr positiv zu bewerten, auch wenn es einige problematische Bereiche gibt. Sowohl der geplante Neubau eines Einkaufszentrums als auch ein auffälliger Entwicklungsrückstand in der westlichen Altstadt machen deutlich, dass die Gründung einer ISG zweckmäßig ist. Ausgehend von den festgestellten Stärken und Schwächen wurde eine zielgerichtete Handlungsempfehlung gegeben, die kurzfristige und langfristig nachhaltige Maßnahmen und Vorschläge für die Herangehensweise enthält. Der Analysebogen hat sich in der Anwendung als äußerst praktikabel erwiesen, da er einerseits konkret genug ist, alle wesentlichen Aspekt zum Thema Stadtentwicklung zu erfassen bzw. zu entwickeln und andererseits offen genug, um die jeweiligen Besonderheiten einer Stadt zu berücksichtigen. Es ist davon auszugehen, dass der Analysebogen auch in anderen Städten anzuwenden ist, folglich wäre damit ein allgemeingültiges Instrument geschaffen.