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Sybrandi, Heike (2007) Attraktivierung der Innenstadt von Mönchengladbach – Rheydt unter besonderer Berücksichtigung ihrer Einzelhandelsfunktion

 

 

 


Titel:  Attraktivierung der Innenstadt von Mönchengladbach – Rheydt unter besonderer Berücksichtigung ihrer Einzelhandelsfunktion

 

Betreuer: Univ.Prof'in Dr. Sabine Baumgart, Dr.-Ing. Daria Stottrop (GWP)

Jahr: 2007

E-Mail: heike-sybrandi@web.de


Themenfeld: Stadtmarketing, Standortmarketing

Schlagworte: Einzelhandel, Innenstadt, BID, City-Management

Kurzfassung:
Die Zentrenhierarchie in Mönchengladbach ist eine besondere, da die Stadt aus zwei bis 1975 selbstständigen Städten besteht und somit zwei Hauptgeschäftszentren hat. Diese beiden Citylagen haben sich aber recht unterschiedlich entwickelt. Während das Zentrum von Gladbach auch eine Versorgungsfunktion für das Umland übernimmt, hat das Zentrum von Rheydt eher lokale Bedeutung. Dies spiegelt sich in der Menge der Verkaufsflächen, der Höhe der Umsätze und auch im Anteil der auswärtigen Kunden wieder.

In Rheydt lassen sich in den letzten Jahren vermehrt Tendenzen der Abwertung des Angebots in der City festmachen. Das größte Problem sind wohl der Besucher- und Umsatzrückgang und die daraus resultierenden Leerstände. Gerade Rheydt hat mit einer starken Konkurrenz anderer Zentren zu kämpfen, nicht zuletzt der der Gladbacher Innenstadt. Es stellt sich daher die Frage, welche zentralen Funktionen Rheydt aufgrund der neuen Entwicklungen in Zukunft übernehmen kann. Die Leitfunktion in der Entwicklung der City übernimmt meist der Einzelhandel, was schon in der historischen Entstehung der Städte um den Markt begründet liegt. Daher soll in dieser Arbeit vorrangig die Situation des Einzelhandels analysiert werden und Maßnahmen und Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt werden, wie der City-Einzelhandel wieder gestärkt werden kann und welche Rolle er in Rheydt übernehmen kann. Die Entwicklung der Innenstadt lässt sich aber nicht losgelöst von anderen Aspekten betrachten. So spielen gerade die Erreichbarkeit und die städtebauliche Gestaltung eine wichtige Rolle für die Attraktivität einer Innenstadt. Auch andere Nutzungen sind vor dem Leitbild der Multifunktionalität dieser Räume zu berücksichtigen. Gerade vor der sich ändernden Situation des Einzelhandels durch den Strukturwandel und der besonderen

Situation in Mönchengladbach dürfen diese Aspekte als Option für die Zukunft nicht

ausgeklammert werden. Das Thema der Arbeite lautet daher:

Attraktivierung der Innenstadt von Mönchengladbach – Rheydt

unter besonderer Berücksichtigung ihrer Einzelhandelsfunktion

 

Um die Situation Rheydt richtig einschätzen zu können wurde dazu erst der theoretische

Hintergrund beleuchtet. Dazu wurden Ursachen und Folgen des Strukturwandels im

Einzelhandel, besonders im Hinblick auf Folgen für die Innenstädte untersucht. Weiterhin wurden mögliche Maßnahmen zur Attraktivierung der Innenstädte zusammengetragen und Umsetzungsmöglichkeiten dieser Maßnahmen betrachtet. Im Hinblick auf die leeren Kassen der Kommunen wurden dabei auch Umsetzungsmöglichkeiten durch private Personen in Betracht gezogen.

Anschließend wurde eine ausgiebige Analyse der Situation vor Ort vorgenommen. Dazu

wurden mehrere Ortsbegehungen durchgeführt, Expertengespräche geführt und

Literaturrecherche betrieben. Die Literaturrecherche bezog sich dabei nicht nur auf

bestehende Planungen und Konzepte seitens der Stadtverwaltung, es wurden auch

Presseartikel gelesen, um die Stimmung vor Ort einschätzen zu können. Gerade da mögliche Maßnahmen in Kooperation mit Privaten umgesetzt werden sollen, ist die Kenntnis deren Stimmung sehr wichtig. Anschließen wurden Maßnahmen zur Attraktivierung der Innenstadt aufgestellt und Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt.

Besonders positiv in Rheydt ist der hier immer noch sehr große Anteil an inhabergeführten

Fachgeschäften. Dadurch kann die Individualität Rheydts erhalten bleiben und ein

Alleinstellungsmerkmal gegenüber Gladbach herausgebildet werden. Rheydt muss hier eine Nische finden, um der Konkurrenz des größeren Zentrums standzuhalten. Das Sortiment muss auf die Kunden abgestimmt werden, nur so kann die Individualität der Innenstadt erhalten und ausgebaut werden. Dies ist besonders unter dem Aspekt wichtig, dass gerade der Bau eines großen innerstädtischen Einkaufszentrums in der Gladbacher City beschlossen wurde.

In Rheydt muss zwischen den einzelnen Lagen unterschieden werden. Im zentralen Bereich der Innenstadt ist die Filialisierung weiter fortgeschritten. Hier gibt es nicht nur Filialen im Bekleidungsbereich, sondern auch die üblichen Fast-Food- und Telekommunikationsanbieter. Die Frequenz ist hier jedoch noch gut, wodurch sich höhere Umsätze und auch höhere Mieten erzielen lassen. In den Randbereichen der Innenstadt hingegen gibt es nur wenige Besucher, weshalb die hier noch ansässigen traditionellen Fachgeschäfte mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben. Hier mehren sich die Leerstände. Daher ist hier der Handlungsbedarf am größten. Doch auch außerhalb des Einzelhandels gibt es Probleme, vor allem mit der Gestaltung des Marktplatzes und der Randbereiche. Andere Nutzungen wie Gastronomie oder Dienstleister sind bislang stellenweise eher wenig vertreten.

Auf der Umsetzungsebene wurde deutlich, dass eine Änderung der derzeitigen Lage nur von Seiten der Privaten herbeigeführt werden kann. Die Stadt kann weder in privates Eigentum noch in den Wettbewerb eingreifen. Sie kann nur flankierende Maßnahmen beisteuern. Hier sind vor allem eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots und eine neue Gestaltung der Innenstadt, vor allem des Marktplatzes, erforderlich. Diese Maßnahmen sollten in ein Gesamtkonzept für die Innenstadt eingebettet sein, das interdisziplinär alle Aspekte, die zur Attraktivierung der Innenstadt beitragen können, berücksichtigt.

Die Probleme, die sich aus der Konkurrenz der dezentralen Standorte ergeben, hat die Stadt durch den Einsatz von Einzelhandels- sowie Nahversorgungs- und Zentrenkonzept und deren Umsetzung durch die informellen Instrumente gut im Griff. Sie werden sich in den nächsten Jahren nicht verschlechtern. Die Chancen für einen Erfolg einer Kooperationsform haben sich in ihrem jahrzehntelangen Einsatz weltweit bewiesen. Die Vorraussetzung zur Implementierung stehen auch in Rheydt

gut. So gibt es die Motivation zur Veränderung durch den bestehenden Leidensdruck und die Ortsverbundenheit. Eben aus der jahrelangen Ortsansässigkeit besteht zwischen den Einzelhändlern ein Vertrauensverhältnis. Die Standortpotentiale und die tatsächliche finanzielle Situation der Gewerbetreibenden lassen sich nur schwer abschätzen, werden jedoch eher als negativ gesehen. Daher ist es an der Zeit, unverzüglich zu handeln. Dazu muss die Kommunikation und Information untereinander verbessert werden. Dies kann ein Initiator/ Kümmerer leisten.

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