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RüßlerTimo (2014) Urbane Impulse für Kirchlinde

Titel:  Urbane Impulse für Kirchlinde

Prüfer: Dr.-Ing. Andrea Rüdiger (SRP) und Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher (STB)

E-Mail: timo@ruessler.net

Themenfeld:  Stadtentwicklungs- und Rahmenplanungen

Kurzbeschreibung:
Brachflächenentwicklung stellt eines der dringendsten raumplanerischen Probleme in einigen Regionen Deutschlands dar, die von einem Strukturwandel durch Deindustrialisierungsprozesse betroffen sind. Diese sind besonders im Ruhrgebiet zu beobachten. Der Dortmunder Stadtteil Kirchlinde steht in näherer Zukunft vor der Herausforderung einer brach fallenden alten Industriefläche. Diese Industriefläche soll in der vorliegenden Arbeit einer neuen Nutzung zugeführt werden, die fehlende Urbanität in Kirchlinde schafft und den Stadtteil gestalterisch aufwertet.

Um zu verstehen, welche Prozesse einem Vorort Urbanität und Lebensqualität verleihen, muss zunächst eine planerisch umsetzbare Definition von Urbanität gefunden werden. Diese ist bei Reicher gegeben durch „bauliche Dichte“ (Reicher 2012: 10) und „Mischung von verträglichen Nutzungen“ (Reicher 2012: 10 f.) und gleichzeitig ein „Ergebnis sozialer Prozesse“ (Siebel 1994: 7).
Die Schaffung von Urbanität steht durch den demografischen Wandel vor einer zusätzlichen Herausforderung. Die Verschiebung in der Gesellschaft hin zu weniger und mehr älteren Menschen wird in Deutschland Gewinner- und Verliererregionen erzeugen. Besonders der ländliche Raum und Quartiere mit einer schlechten Anbindung an das Stadtgefüge werden zu den Verlierern zählen. Daraus resultierende Binnenwanderungen verstärken die Problematik, indem arme und alte Menschen zurückbleiben. Regionen, die von Schrumpfung betroffen sind, haben aufgrund sinkender Nachfrage große Probleme, die Infra- und Nahverkehrsstruktur aufrecht zu erhalten. Besonders innerstädtische Brachflächen - welche im Ruhrgebiet häufig vorhanden sind - lassen sich nutzen, um zum Einen neue Flächenausweisungen 'auf der grünen Wiese' zu verhindern und zum Anderen kompakte, urbane Stadtstrukturen wieder herzustellen.

Diesen Herausforderungen lässt sich durch verschiedene siedlungsstrukturelle und gestalterische Maßnahmen begegnen. Flexible und zukunftsorientierte Wohnformen wie z.B. Mehrgenerationenwohnen in integrierten Lagen können als eine Chance verstanden werden, gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen. Durch eine Durchmischung der Bewohner können homogene Strukturen aufgebrochen werden und Quartiere und Stadtteile mit urbanem Leben füllen. Gleichzeitig bietet die zentrale Lage solcher Entwicklungsflächen häufig einen guten Anschluss an eine schon vorhandene Infrastruktur und fördert eine Nahmobilität (Fuß- und Radverkehr).

Aus diesen Vorüberlegungen heraus wird diese Arbeit einen Plan (bestehend aus Analyse-, Rahmenund Gestaltungsplanung) für die zu entwickelnde Fläche in Kirchlinde vorlegen, der sich auf die Säulen Gemeinschaft, flexible Wohnformen und Grünflächenaufwertung stützt. Auf der Planfläche ergibt sich dem Leitbild folgend im zentralen Bereich eine soziale Mitte mit Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt. Sowohl im Südwesten als auch im Nordosten entstehen Mehrgenerationenwohnungen mit flexiblen Wohneinheiten. Die inselartigen Grünflächen können durch Begrünungselemente auf der Planfläche miteinander verknüpft werden. Der Gestaltungsplan konkretisiert die Planungen. Neben einer neuen sozialen, interaktiven Mitte für Menschen jeden Alters entstehen Wohnungen für mehrere Generationen, die in ihrer Größe und Form an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden können. Die urbanen Bausteine führen dazu, dass Kirchlinde an Wohn- und Aufenthaltsqualität gewinnt und für die Zukunft gerüstet ist.

 

 

 

 

Schlagworte:  Städtebaulicher Entwurf, Gestaltungsplanung, Brachflächenentwicklung, Mehrgenerationenwohnen

Download Timo_Ruessler_Poster der Masterarbeit:

Abstrac: --