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Projekte des Fachgebietes

Studienjahr 2016/17
A 10 Projekt:

Integration der Dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in die Prozesse von Stadtentwicklung und Stadtplanung

Projektgegenstand / Problemstellung:

Der Ansatz der Dezentralen Regenwasserbewirtschaftung ist seit zwanzig Jahren zentraler Baustein des Emscherumbaus. Als dezentrales Infrastrukturkonzept gilt diese heute als ein Schlüssel zur Anpassung urbaner Siedlungsstrukturen an den Klimawandel allgemein. Trotz hoher resilienzbezogener, ökonomischer und ökologischer Vorteile gelingt es in vielen Fällen nicht sie in städtische Planungsvorhaben zu integrieren. Gegenstand des Projektes ist die Analyse und Konzeption einer systematischen Integration der Dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in die o.a. Planungsprozesse.

Aufgabenstellung / Ziel:

Ausgehend von der Vielzahl an stadtplanerischen und städtebaulichen Vorhaben im Emscherraum, sollen anhand realer Praxisbeispiele die Planungsprozesse im Hinblick auf die Integration der DRWB aus dem Blickwinkel der verschiedenen Planungsbeteiligten analysiert und
die Motive von Planungsbeteiligten, Entscheidungsketten und –konstellationen erhoben und in ihren Wirkungen ermittelt werden
Angelehnt an aktuelle Planungsvorhaben sollen in Planspielen Schlüsselstellen und potenzielle Wendepunkte identifiziert und alternative Planungsdiskurse und –lösungen experimentell ausprobiert / entwickelt werden.

Daraus sollen Empfehlungen:

für eine optimierte Gestaltung der Planungsprozesse mit dem Ziel einer Integration der DRWB abgeleitet und für laufende Planungsvorhaben sinnvolle Interventionen erarbeitet und nach Möglichkeit in das Vorgehen der Partnerkommunen eingespeist werden.
Abschließend sollen die erarbeiteten Ergebnisse in den Zusammenhang dezentraler Strategien zur Klimawandelanpassung eingeordnet und weitere synergetische Schnittstellen aufgezeigt und diskutiert werden.

Projektbetreuung: Dr.-Ing. Matthias Kaiser

Projektberatung: Dipl.-Ing. Mehri Hekmat


F Projekt:

Erstellung eines Masterplanes Klimaschutz und Klimawandelanpassung für die Stadt Beckum

Projektgegenstand / Problemstellung:

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris  hat die Weltgemeinschaft eine wegweisende neue internationaleKlimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls verabschiedet, mit der Zielsetzung  die globale Erderwärmung auf höchstens 2° C zu begrenzen.

Ein zentraler Akteur zur Erreichung dieser Zielsetzung sind dabei die Kommunen in den einzelnen Ländern, denen dabei die Rolle der Verknüpfung der Klimaschutzziele mit den Prozessen der Stadtentwicklung zukommt.
Wichtigstes Feld einer  Umsetzung dieser Ziele sind Siedlungsstrukturen urbaner Räume.  Gegenstand der Projektarbeit ist die Sichtung eines kommunalen Masterplanes Klimaschutz / Klimawandelanpassung sowie das Vertiefen noch nicht erschlossener bzw. das Aufspüren neuer Handlungsfelder und deren planerische Bearbeitung.

Untersuchungs- und Planungsraum:
Die Stadt Beckum hat sich 2016 als eine von 22 Kommunen in Deutschland für das Programm  „Masterplan 100 % Klimaschutz “ des Bundesumweltministeriums qualifiziert. Der Masterplan Klimaschutz und Klimawandelanpassung sieht eine Halbierung des Energiebedarfes bis zum Jahr 2050 und die dadurch verursachten Treibhausemissionen um 95% im Vergleich zum Jahr 1990 vor. Dafür  ist es erforderlich eine Vielzahl von planungsbezogenen Handlungsfeldern zu  untersuchen.

Aufgabenstellung und Ziel:
Aufgabenstellung ist die kritische  Analyse von Klimaschutzkonzepten, die Suche nach ergänzenden Handlungsfeldern sowie deren planerische Bearbeitung im Sinne einer Eröffnung weitergehender Ansätze für eine Fortschreibung und Umsetzung des Masterplanes Klimaschutz / Klimawandelanpassung in der Stadt Beckum. Arbeitsschritte sind dabei u.a.:

- Bestandssichtung des vorliegenden Klimaschutzkonzeptes der Stadt Beckum
- Vergleich mit anderen Best-Management-Practice Beispielen aus dem nationalen und internationalen Kontext
- Recherche und Analyse relevanter räumlicher, infrastruktureller Entwicklungen im Raum Beckum
- Aufzeigen von bisher nicht aktivierten Potenzialen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung
- Planerische Bearbeitung (räumlich-sachliche Bestandsaufnahmen, Entwicklung und Bewertung von Handlungsoptionen, Formulierung von Planungskonzepten.)
Abschließend sollen die erarbeiteten Ergebnisse in den Zusammenhang kommunaler Strategien zu Klimaschutz und  Klimawandelanpassung eingeordnet und weitere synergetische Schnittstellen zur Stadtentwicklung aufgezeigt und diskutiert werden.

Projektbetreuung: Dr.-Ing. Mathias Kaiser
Projektberatung: Andreas Hübner

M Projekt:

Das Energetische Quartierskonzept als integrierter Planungsansatz und Beitrag zur klimagerechten Stadtentwicklung

2011 wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ aufgelegt. Unter dem Leitmotiv „vom Einzelgebäude zum Quartier“ werden sowohl integrierte energetische Quartierskonzepte als auch ein Sanierungsmanagement als Beitrag zur Konzeptumsetzung gefördert.

Integrierte energetische Quartierskonzepte betrachten Potenziale und Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien ganzheitlich. Das Programm fördert Strategien mit Langfristorientierung (bis 2050) und unterstützt dadurch ambitionierte, innovative Konzepte. Gefragt sind integrierte Planungsansätze, die die energetische Sanierung mit weiteren Maßnahmen der Quartiersaufwertung verknüpfen.

Die Quartierskonzepte sollen sich an übergeordneten Energie- und Klimaschutzzielen orientieren und ggf. an integrierte Stadt(teil)entwicklungs- oder wohnungswirtschaftliche Konzepten anknüpfen und diese ergänzen. Eine Verknüpfung der Förderung mit weiteren KfW-Programmen zur objektbezogenen Investitionsförderung der KfW ist ebenso möglich wie eine zusätzliche Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln.

Bis Ende 2015 wurden über das Programm mehr als 480 Projekte gefördert. Die Bandbreite der Siedlungsstruktur- und Gebäudetypen in den geförderten Quartieren ist groß und reicht von historischen Stadtkernen und Gartenstadt- über Gründerzeitviertel, Ein- und Zweifamilienhausgebieten bis hin zu Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne. Etwa 10 % der geförderten Quartiere lagen in Städtebauförderungsgebieten.

Das Masterprojekt soll bisherige Konzepte und Planungsprozesse anhand von kommunalen Fallstudien analysieren. Dabei können z.B. folgende Fragestellungen bearbeitet werden:

- Welche Synergieeffekte ergeben sich durch die Planung und Förderung energetischer Bestandserneuerungsmaßnahmen im Quartierszusammenhang im Vergleich zu einzelobjektbezogenen Maßnahmen?
- Inwieweit lassen sich derartige positive Effekte auch bei heterogener Eigentümerstruktur oder in Quartieren geringer Bebauungsdichte (Ein- und Zweifamilienhaus-Siedlungen) realisieren?
- Wie ist der Innovationsgrad strategisch-konzeptioneller Ansätze energetischer Quartierskonzepte einzuschätzen und welche zusätzlichen Innovationspotenziale bestehen?
- Welche Umsetzungsbeiträge können energetische Quartierskonzepte für gesamtstädtische oder regionale Masterpläne bzw. Energie- und Klimaschutzkonzepte leisten?
- Inwieweit können gesamtstädtische und regionale Energie- und Klimaschutzkonzepte bzw. Masterpläne als Anstoß und Orientierungsrahmen für energetische Quartierskonzepte dienen?
- Welche Chancen bietet eine Koordination eher sektoral ausgerichteter Instrumente und Strategien mit Instrumenten und Maßnahmen der integrierten Stadtentwicklungsplanung (konzeptionell, akteurs- und prozessbezogen, finanzierungs- und fördertechnisch), welche Hemmnisse und Restriktionen bestehen?
- Welche Chancen und Hemmnisse bestehen für eine interkommunale Kooperation (z.B. zur Bereitstellung von Biomasse im ländlichen Raum zur Nahwärmeversorgung)?

Projektbetreuung: Dr.-Ing. Jörg Fromme



Projekte des Fachgebietes 2014
A Projekt 06
Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung in der Stadt Werdohl

Betreuung: Dipl.-Ing.Marlit Haber, (Dipl.- Ing- Petra Matil, Begleitung) VES

Beratung: Dipl.-Inf. Jürgen Schultze, Sozialforschungsstelle Dortmund

Hintergrund und Projektanlass

Die Siedlungsentwässerung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, da sauberes Wasser eine elementare Lebensgrundlage ist. Zuständig für die Abwasserentsorgung ist die öffentliche Hand, die selbst in unwirtschaftlichen Fällen für eine geordnete Siedlungsentwässerung sorgt. Aus Gründen der Hygiene und des Umweltschutz wird ein Großteil der häuslichen Abwässer in Kanälen gesammelt und zur Reinigung zu Kläranlagen transportiert. Anschließend wird es in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Mit rund 541.000km Kanalnetz und 9.933 Kläranlagen stellt die deutsche Siedlungsentwässerung eine sehr aufwendige und kostenintensive technische Infrastruktur dar. Auch weil die Siedlungsentwässerung so kostspielig ist, wird die Sicherung der Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer anspruchsvoller.

Der demografische Wandel zeigt sich in vielerlei Hinsicht. So nimmt beispielsweise die Zahl der Bevölkerung in einigen Teilen Deutschlands stetig ab, was in diesen Regionen eine Verringerung der Gesamtmenge häuslicher Abwässer zur Folge hat. Die Auswirkungen für die Infrastruktur sind mitunter gravierend: Das Kanalsystem und die Kläranlagen sind nicht mehr ausgelastet; Kanäle fallen trocken oder verstopfen und Kläranlagen können die verbleibenden Abwässer nicht mehr effizient reinigen.

Besonders stark ist von diesen dramatischen Veränderungen die Stadt Werdohl im Sauerland betroffen. Die Stadt Werdohl hat seit 1990 etwa 13% ihrer Bevölkerung verloren – diese Situation wird sich innerhalb der nächsten 20 Jahre noch verschärfen; Vorausberechnungen prognostizieren bis 2030 einen weiteren Bevölkerungsrückgang von bis zu 20%. Gleichzeitig leidet die Abwasserinfrastruktur Werdohls unter einem erheblichen Sanierungsbedarf – die Kläranlage und Abwasserkanäle sind alt sowie marode und müssen entsprechend repariert und saniert werden. Wegen des massiven Bevölkerungsrückgangs stellt sich aber die Frage, ob sich Investition in die Werdohler Siedlungsentwässerung lohnen, wenn dort immer weniger Personen die Infrastruktur nutzen. Gleichzeitig muss jedoch gefragt werden, wie das Abwasser der verbleibenden Bevölkerung weiterhin abtransportiert und geklärt werden kann, wenn keine Investitionen getätigt werden.

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts ist die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex „Raumplanung, demografischer Wandel und Siedlungsentwässerung“ am Praxisbeispiel der Stadt Werdohl. Es sollen die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung im Untersuchungsraum erhoben und anschließend analysiert und bewertet werden. Das Ergebnis des Projekts stellt ein praxistaugliches Konzept dar, das den ermittelten Problemen entgegenwirkt.

Um den Anforderungen der Praxis gerecht zu werden und um Einblicke in die Arbeit von Planung und Siedlungsentwässerung zu bekommen, wird eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Werdohl und dem Ruhrverband angestrebt. Der Ruhrverband ist das öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, das neben dem Betrieb von Talsperren und der Wasserversorgung auch die Aufgabe der Abwasserreinigung der Stadt Werdohl (und 60 weiteren Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne) erfüllt.

Exkursionen

Für das Projekt ist ausdrücklich eine praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema erwünscht. Dies spiegelt sich auch in der Durchführung mehrerer kostenloser Exkursionen wieder: Die Studierenden sollen sich in Werdohl im Rahmen einer intensiven Bestanderhebung ein Bild von der aktuellen Situation machen und am Ende des Studienjahres ihre Ergebnisse einem interessierten (Fach-) Publikum vorstellen. Der Besuch klassischer wie alternativer Anlagen zur Siedlungsentwässerung ist außerdem vorgesehen.

A Projekt 08
Biogas, Diesel oder Holz? Die richtige Wärmeversorgung für ein Wohngebiet in Unna

Betreung: Dipl.-Ing. Philip Timpe (VES), Dipl.-Ing. Nadine Mägdefrau

Beschreibung:

Der Spar- und Bauverein eG ist mit rund 12.000 Wohnungen in nahezu allen Dortmunder Stadtteilen und im Kreis Unna vertreten. In einem Wohngebiet in Unna will die Wohnungsgenossenschaft nach der Kündigung eines langjährigen Fernwärmevertrages nun die Wärmeversorgung umstellen. Der Grund hierfür ist zum einen, dass bei der Fernwärmeversorgung Wärmeverluste beim Transport entstehen und zum anderen bei einer geringen Wärmeabnahme die Betriebskosten sehr hoch sind.

Blockheizkraftwerke (BHKWs) bieten eine nachhaltige dezentrale Lösungsmöglichkeit. Sie weisen einen sehr hohen Wirkungsgrad von über 90% auf und können einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz, die neben dem viel diskutierten Stromnetzausbau ein weiterer Meilenstein der Energiewende ist, liefern. Die Funktionsweise eines BHKW ist leicht erklärt. Ein Motor (dies kann ein Verbrennungsmotor, ein Dampfmotor oder auch ein Stirling Motor sein) treibt einen Generator an. Dieser erzeugt dann Strom. Die beim Betrieb anfallende Wärme wird ebenfalls für die Heizung oder die Wassererwärmung genutzt, das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Der Motor kann dabei mit allen gängigen Brennstoffen betrieben werden. Diese können konventioneller Art wie Diesel, Heizöl oder Gas, aber auch regenerativer Art wie Biogas, Holzpellets oder Biokraftstoffe sein. Eine weitere Möglichkeit stellt die Wärmeversorgung mit Geothermie dar.

In diesem Zusammenhang suchen die Studierenden in Kooperation mit dem Spar- und Bauverein die beste Versorgungsmöglichkeit für das Wohngebiet. Während der Projektarbeit sollen die Potenziale verschiedener Wärmesysteme (BHKW, Geothermie etc.) unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten betrachtet und bewertet werden. Eine weitere Aufgabe besteht darin, innerhalb des Wohngebietes geeignete Grundstücke für die Wärmeversorgung zu finden und diese zu bewerten.

Berücksichtigt werden sollen in dem Projekt jedoch nicht nur die technischen Fragen, die mit der Wärmeversorgung eines Wohngebiets einhergehen. Auch die Bedürfnisse und Vorstellungen der Bewohner der Siedlung sollen eine Rolle spielen. Wünschen sich die Menschen vorwiegend eine kostengünstige Lösung? Oder sind sie daran interessiert ihre Wärme in Zukunft aus regenerativen Energieträgern zu beziehen? Insofern sollen ebenfalls städtebauliche und immobilienwirtschaftliche Zusammenhänge sowie die Erwartungen der Bewohnerschaft Berücksichtigung finden.

Das Untersuchungsgebiet in Unna und der Spar- und Bauverein in Dortmund sind beide mit dem Semesterticket zu erreichen. Sollte innerhalb der Projektgruppe der Wunsch bestehen sich im Sommersemester Best-Practice-Beispiele außerhalb NRWs anzusehen, könnte eine solche Exkursion auf Eigeninitiative organisiert werden

 



Projekte des Fachgebietes 2013


A Projekt 11

Bioabfallkonzepte in schrumpfenden Städten – Ein Spannungsfeld zwischen Entsorgungsrecht, Daseinsvorsorge, wirtschaftlicher Zumutbarkeit und demografischem Wandel am Beispiel Duisburgs

Betreuung: Dipl.-Ing.Marlit Haber/ Dipl.-Ing.Philip Timpe, VES
Beratung:

Hintergrund & Problemstellung

Durch die Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes steht die Bioabfallentsorgung vor einer Neuausrichtung: Künftig sind alle Kommunen dazu verpflichtet, Bioabfälle getrennt von Restabfällen zu sammeln und zu verwerten - Eine Aufgabe, der aktuell viele Kreise und kreisfreie Städte noch nicht nachkommen und die einen Anpassungsbedarf für die Anlagenplanung und Abfalllogistik erfordert.

Die Entsorgungswirtschaft wird zusätzlich durch einen immer stärkeren Einfluss der demografischen Entwicklung gefordert. Einige Kreise in den neuen Bundesländern werden bis zum Jahr 2030 etwa 40% ihrer heutigen Einwohner verlieren – eine Tendenz, die zunehmend auch auf strukturschwache Räume der alten Bundesländer übergreifen wird. Des Weiteren bewirkt der Trend zu kleineren Haushalten eine steigende Anzahl von Anfahrtspunkten und längeren Anfahrtsrouten für die Entsorgungsunternehmen. Gleichzeitig sind die Sammelmengen rückläufig und gewohnte Abholzyklen bleiben aus hygienischen Gründen weiterhin bestehen.

Aufgrund hoher Fixkosten im Bereich der Abfallwirtschaft bedeuten der Bevölkerungsrückgang und das damit einhergehende sinkende Abfallaufkommen zwangsläufig eine Erhöhung der Preise und Gebühren, die von einer sinkenden Anzahl an Gebührenzahlern gestemmt werden müssen. Eine zentrale Aufgabe der Planung besteht in diesem Zusammenhang, diese Kosten durch eine gezielte Steuerung und zukunftsfähige, demografie-feste Konzepte auf einem sozial verträglichen Niveau zu halten (Stichwort Daseinsvorsorge).

Projektziel

Mit rund 535.000 Einwohnern stellte die Stadt Duisburg im Jahr 1995 noch eine der größten Städte in Nordrhein-Westfalen dar. Bis zum Jahr 2030 wird sie demografisch bedingt jeden fünften ihrer damaligen Einwohner verloren haben. Allerdings wird die Bevölkerungsentwicklung auf Ebene der Stadtteile und Stadtbezirke nicht gleich verlaufen. In einigen Ortsteilen werden Bevölkerungsverluste von mehr als 10% und in anderen Zunahmen um mehr als 10% erwartet.

Die Aufgabe des Projekts besteht darin, im Auftrag der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Duisburg ein tragfähiges Bioabfallkonzept zu entwickeln, das die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Zumutbarkeit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sicherstellt und Anknüpfungspunkte für ein zukunftsfähiges Konzept liefert. Dabei gilt es Lösungsvorschläge für die Aufrechterhaltung der kommunalen Daseinsvorsorge (z.B. durch Zusammenschlüsse mehrerer Kommunen zu einem Zweckverband oder PPP’s) zu erarbeiten und entsprechende Auswirkungen auf die gesamte Prozesskette der Entsorgungslogistik (Bereitstellung, Sammlung, Transport, Verwertung etc.) zu berücksichtigen. Dafür sind insbesondere innovative Erfassungs- und Verwertungsvarianten (z.B. waste-to-energy) zu beachten. Es werden verschiedene Stakeholder-Positionen (Abfallentsorgungsunternehmen, Kommunen, Bürger etc.) beleuchtet und für die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen berücksichtigt.

Abschließend soll im Rahmen einer Exkursion die Übertragbarkeit des Konzepts auf einen Untersuchungsraum in Großbritannien eingeschätzt werden. Daher sind gute Englischkenntnisse sowie die Finanzierbarkeit der Exkursion Voraussetzung für die Teilnahme.

Exkursion & Ausblick

Handlungsbedarf für die Bioabfallentsorgung wird auch in anderen Ländern der EU erkannt. Während in Deutschland seit 2005 keine Bioabfälle mehr deponiert werden dürfen, steht Großbritannien vor der Aufgabe den zu deponierenden Anteil drastisch zu reduzieren. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist bisher fragwürdig: Derzeit gibt es dort weder genug Anlagen noch eine entsprechende Ausrüstung, um die anfallenden Bioabfälle zu verwerten. Das zu entwickelnde Konzept für die Stadt Duisburg könnte dabei als Beispiel dienen, inwiefern eine effiziente und zukunftsfähige Entsorgungsinfrastruktur für die Bioabfallentsorgung aussehen könnte.

 

F-Projekt 02

Regeneration and urban renewal in Gateshead, Newcastle, UK

Betreung: Dipl.-Ing.Mehdi Vazifedoost, DEK

Beratung: Dipl.-Ing. ; Marlit Haber, VES

Beschreibung

Gateshead is a part of Newcastle and is situated in the north of England, where the river Tyne flows intothe North Sea. Gateshead is one of four municipalities in Newcastle-upon-Tyne located at the mouths of the rivers Tyne and Wear including the cities of Newcastle-upon-Tyne and the Metropolitan Boroughs of Gateshead, North Tyneside and South Tyneside. The population of the metropolitan area according to the census of 2001 is approximately 879.996 inhabitants, accounting for about 80% of northeastEngland‘s population.As a settlement on the banks of the Tyne, Gateshead has existed since Roman times. In the wake of the Industrial Revolution, the population grew rapidly. Between 1801 and 1901 grew to 100,000 residents. The town developed during this time mainly to the south. In 1854, there were disastrous fires and explosions on the shores of Newcastle and Gateshead, in which a big part of the medieval structures inGateshead were lost. Especially during the Second World War the city was badly damaged by German attacks. At the same time, the city is an old settlement area. In today‘s district of South Shields ataround 400 BC lived the Celts, and the city was later a Roman fort. In the Middle Ages, the town was famous for shipbuilding. In addition, there were coal mines and chemical industries. In the second half of the 20th century, the majority of companies collapsed, similar to the Ruhr area. There was thus a high rate of unemployment in the Borough by the end of the century. For several years the trend has been reversed and businesses have settled again, especially in the service sector. Coal mining and heavy industry in Gateshead have a long tradition. Due to structural change, there was a necessity to diversify the economy and to attract more innovative companies. Therefore, other industries such as the electric industry, tourism and services are increasingly important. The project will investigate different topics in regeneration in the social and economic fields that deal with a trickle down effect and represent the shift to broader processes of cultural globalization. The cultural policy in the northeast of England, paying particular attention to the impact of „Year of the Visual Arts“ 1996 and to data emerging out of a tenyear longitudinal research project on Gateshead, are also of interest. It is suggested that only an in depth understanding of geographical and historical specificities will help us understand the way in which cultural regeneration potentially strengthens existing sources of identity rather than imposing new ones.

Aims of the project

The project is to study the evolution of the Newcastle-Gateshead as an example of a development on the basis of previous development projects. In particular, it focuses on the creative industries in the city, especially since in recent years the issue of creative industry has moved into the limelight. This concept is now connected with the idea of hope of impulses for economic development and the real estate market and finally positive effects for the city‘s image. But it is also a question of whether the investments are made in terms of creative economic projects: what does the anticipated development mean for the district? Furthermore, the question arises of whether such policies promote the identity of a neighborhood such as Newcastle-Gateshead and its residents.The subject deals with the problems of structural change and its impact on general urban development. It will examine what causes structural change, similar to in the Ruhr area, and planning measures that have been implemented to date in order to provide adequate solutions. Generally, it touches upon urban development, cultural and creative industries in the borough of Gateshead/Newcastle.

Voraussetzung

B.Sc. RP (2007): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse)

B.Sc. RP (2012): Erfolgreicher Abschluss von Modul 2 zur Teilnahme am F-Projekt. (Stichtag: Anmeldung auf der F-Projekt-Börse)

 

F-Projekt 07

Untersuchung des Gebäudebestands und Solarpotenzialanalyse für Gebäude in Ho Chi Minh City (HCMC)

Betreuung: Prof. Dr. Nguyen Xuan Thinh und Kathrin Schulte-Braucks (RIM)

Beratung: Dr.-Ing. Jörg Fromme (VES)

Projektgegenstand /Planungs- bzw. Untersuchungsraum

Gegenstand in Stichpunkten: Gebäudebestand, Gebäudetypen (Dachform, Dachneigung), 3D-Stadtmodell, Solarpotenzialanalyse, Megastadt HCMC.

Für die Projektbearbeitung ist eine Exkursion nach HCMC (Vietnam) im Dezember 2012 geplant. Die Teilnahme an der Exkursion ist jedoch freiwillig.

Aufgabenstellung /Problemstellung

Mit etwa acht Millionen Einwohnern und einem jährlichen Wirtschaftswachstum von mehr als 10% sowie einer boomenden Bautätigkeit beansprucht HCMC allein ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Vietnam. Wegen der Knappheit fossiler Energieträger und der schon heute spürbaren Engpässe der Energieversorgung in Vietnam während extremer Hitzeperioden muss HCMC die Nutzung erneuerbarer Energien forcieren und eine nachhaltige Energiepolitik sowie die Entwicklung energieeffizienter Strukturen umsetzen. Daher ist die Solarpotenzialanalyse für eine hochdynamische Megastadt wie HCMC von essenzieller Bedeutung und besonders interessant im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung und vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden fossilen Rohstoffe.

Im Rahmen des F-Projektes sollen die Studierenden das von RIM aufgebaute 3D-Stadtmodell von HCMC weiter entwickeln. Der Gebäudebestand in HCMC ist dabei zu analysieren und vor allem sind die Dachformen und Dachausrichtungen von Gebäuden mithilfe von Luft- und Satellitenbildern zu ermitteln. Die Dachneigungen und Verschattungseffekte von Gebäuden, Topographie und Vegetation sowie die Einstrahlungsenergie auf Dachflächen sind für ausgewählte Gebiete in HCMC (bevorzugt der Zentralteil der Stadt) abzuschätzen. Anhand dieser Informationen und des 3D-Stadtmodells ist danach eine Solarpotenzialanalyse für die ausgewählten Gebiete durchzuführen. Pro Gebäude sind folgende Kenngrößen zu ermitteln bzw. abzuschätzen: Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung, Größe der geeigneten Dachfläche, Einstrahlungsenergie auf dieser Fläche, installierbare Modulleistung und Investitionsvolumen. Hierfür sind Verfahren zur Schattenanalyse zu recherchieren, zu studieren und anzuwenden. Die Ergebnisse sind kartographisch zu visualisieren.

Ziel

Durch die Bearbeitung des Projektes sollen die Studierenden lernen, wie eine Solarpotenzialanalyse für Gebäude durchgeführt werden kann. Zudem können die Projektmitglieder grundlegendes Wissen über die Solartechnik und die Bestimmung von Abschattungen erwerben. Des Weiteren hat sich die Projektgruppe mit den meteorologischen, geographischen und energiewirtschaftlichen Gegebenheiten sowie mit der demographischen und ökonomischen Entwicklung in HCMC zu befassen. Insbesondere werden die Studierenden fortgeschrittene GIS-Methoden, vor allem 3D-GIS-Methoden, für Analyse, Visualisierung und Simulation aneignen und gut beherrschen müssen.

 

M-Projekt 09 Regionale Energiekonzepte

Betreuung: Prof'in Dr.-Ing. Sabine Baumgartz (SRP)
Beratung: Dr.-Ing. Jörg Fromme (VES)

Beschreibung:

Ausbau erneuerbarer Energien im Ruhrgebiet Bausteine für ein regionales Energiekonzept

Der Ausbau erneuerbarer Energien hat auf regionaler Ebene im Rahmen des Klimaschutzes mit der politischen Beschlussfassung der „Energiewende“ weiter an Bedeutung gewonnen. Angesichts der dezentralen unternehmerischen Aktivitäten für die räumliche Umsetzung der energiepolitischen Ziele, Leitbilder und Strategien rückt die damit verbundene Flächeninanspruchnahme als räumliche Dimension ins Blickfeld. Als überörtliche und überfachliche Institution ist die Regionalplanung gefragt, den Ausbau der unterschiedlichen raumbedeutsamen erneuerbaren Energien und deren vielfältige Flächennutzungskonkurrenzen mit ihren formellen Instrumenten zu steuern und koordinierend zu gestalten.

Seit Oktober 2009 hat der Regionalverband Ruhr (RVR) die Regionalplanung für das Ruhrgebiet übernommen. Damit hat er auch die Aufgabe „…die räumlichen Voraussetzungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien, für eine sparsame Energienutzung… zu schaffen.“ (§ 2 ROG). Als Instrument neben dem formellen Regionalplan sind regionale Energiekonzepte als informelles Instrument dazu geeignet, die energiefachlichen und raumplanerischen Möglichkeiten des Ausbaus von erneuerbaren Energien zusammen zu führen. Sie bieten die instrumentellen Möglichkeiten, die das Raumordnungsrecht der Regionalplanung einräumt, um eine Integration zwischen Regionalplanung und Energiekonzeption zu erleichtern.

Zielsetzung für das Masterprojekt, das in Kooperation mit dem RVR durchgeführt wird, ist die Erarbeitung von Bausteinen für ein regionales Energiekonzept in der Ruhrregion.

Bemerkung:

Eine Voranmeldung (Stimmungsbild) erfolgt in der Woche vor Vorlesungsbeginn über LSF. Die Verteilung auf alle angebotenen M-Projekte und M-Entwürfe findet zur ersten Veranstaltungszeit des Semesters statt. Bitte die Informationen auf der Homepage der Fakultät beachten

Leistungsnachweis:

M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.

M.Sc. Raumplanung (2008): Das Modul wird mit zwei unbenoteten Teilleistungen abgeschlossen. Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.

 

Weitere Informationen finden Sie bei ews und lsf, sowie im Kompass SoSe 2013



Nebeninhalt

Ansprechpartner

A-Projekt:

Dr.-Ing. Mathias Kaiser

GB III Raum 411

Fon 0231/755-2250

 

F-Projekt:

Dr.-Ing. Mathias Kaiser

GB III Raum 411

Fon 0231/755-2250

 

 

M-Projekt:

Dr.-Ing. Jörg Fromme

GB III Raum 417

Fon 0231/755-4667