Erhöhung der Beteiligung von Frauen an der Wissensproduktion in technischen Disziplinen
 
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Campus Süd | Geschossbau 1
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Abgeschlossene Projekte


Technische Disziplinen als vergeschlechtlichtes wissenschaftliches Feld, untersucht am Beispiel der Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund
Projektleitung: Prof'in Dr. Ruth Becker || Mitarbeiterinnen Teilprojekt 1: PD Dr. Steffani Engler, Sabine Schäfer, M.A. || Mitarbeiterin Teilprojekte 2 und 3: Dipl.Ing. Shih-cheng Lien
Teilprojekt 1 gefördert vom Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung gefördert Laufzeiten: Teilprojekt 1: 07.2001 - 12.2001, Teilprojekt 2: 7.2001-12.2002, Teilprojekt 3: 06.2002 - 2005

Die stärkere Beteiligung von Frauen in der Wissenschaft, insbesondere in den technischen Disziplinen, ist nicht nur ein Ziel der Frauenförderung bzw. ein Gebot der "Geschlechtergerechtigkeit", sondern vor allem ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik. Der immer noch weitgehende Ausschluss von Frauen insbesondere aus den technischen Disziplinen lässt diese inhaltlich verarmen. Vor diesem Hintergrund wird in dem Projekt die Studienmotivation sowie die Wohn- und Lebensbedingungen der StudienanfängerInnen der Fakultät Raumplanung in einem geschlechtsdifferenzierenden Ansatz untersucht. Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sich die Gründe für ein Studium der Raumplanung zwischen Studentinnen und Studenten unterscheiden und welche Rolle die räumlichen Nähe der Hochschule bei der Studienorts- und Studienfachwahl spielt. Darüber hinaus interessieren die Wohnverhältnisse und die Wohnvorstellungen der Studierenden und deren Veränderung im Laufe des Studiums. Befragt wurden die Studienanfängerinnen der Jahre 2002 bis 2004, die Wiederholungsbefragung findet im 6. Semester dieser Studierenden statt.

Teilprojekt 01: Raumplanung als vergeschlechtlichtes wissenschaftliches Feld: Eine empirische Erhebung zu Möglichkeiten und Grenzen von Frauen in technischen Disziplinen auf dem Weg zur Professur
Ziel des Projekts war es, die offenen und verborgenen Mechanismen zu ergründen, die Frauen (und Männern) den Weg in das wissenschaftliche Tätigkeitsfeld "Raumplanung" ebnen oder verbauen. Dabei gehen wir, im Gegensatz zu dem in der Literatur weit überwiegenden subjektzentrierten Ansatz, von einem auf das wissenschaftliche Feld zentrierten Ansatz aus. Wir fragen also nicht in erster Linie nach den subjektiven Gründen, die Frauen daran hindern zu promovieren bzw. zu habilitieren, sondern danach, welche Mechanismen Frauen (und Männer) aus der Wissenschaft hinaustreiben oder sie darin halten. Diese Mechanismen sind in unserem Verständnis vergeschlechtlicht. Sie manifestieren sich z. B. in den informellen Hierarchien zwischen den wiss. Beschäftigten, in der Arbeitsorganisation an den Fachgebieten und Instituten, in der individuellen Lehrbelastung, der Beteiligung an Forschungsprojekten oder Veröffentlichungen der jeweiligen (vorgesetzten) ProfessorInnen, in der Verfügbarkeit von Zeit zur eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit., der Belastung mit Dienstaufgaben in der Wissenschaftsverwaltung.usw. Die Ergebnisse der Analyse können als Grundlage für Maßnahmen genutzt werden, die mehr Frauen als bisher in den technischen Disziplinen an den Hochschulen hält und ihnen den Weg zur Professur öffnen.
Teilprojekt 02: Das Promotionsgeschehen an der Fakultät Raumplanung - eine quantitative Analyse von Promotions- und Beschäftigungsdaten
Trotz eines Frauenanteils von mehr als einem Drittel bei den Studierenden und sogar knapp 40% bei den wissenschaftlichen Beschäftigten liegt der Frauenanteil bei den Promotionen an der Fakultät Raumplanung bei unter 20%. In dem Projekt wird versucht, auf der Grundlage der Promotions- und Beschäftigungsdaten seit Gründung der Fakultät Raumplanung vor 32 Jahren strukturelle Ursachen der geringen Promotionsrate insbesondere der weiblichen wissenschaftlichen Beschäftigten aufzuspüren. Untersucht wird z.B. der Zusammenhang von Beschäftigungsdauer, Beschäftigungsumfang und Art der Beschäftigung (Haushalt bzw. Drittmittel) mit der Promotionsrate. Nachgegangen wird auch der Frage, inwieweit Unterschiede zwischen den Beschäftigungsbedingungen von Frauen und Männern bestehen. Ziel ist die Entwicklung von Vorschlägen zur Verbesserung der Promotionsmöglichkeiten von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen durch entsprechende Ausgestaltung der Vertragsbedingungen.
Teilprojekt 03: Aktuelle Beschäftigungsmöglichkeiten von Raumplanerinnen und Raumplanern - eine Analyse an Hand von Stellenanzeigen in Tages- und Fachzeitungen.
Im Tätigkeitsfeld von Raumplanerinnen und Raumplanern vollzieht sich derzeit ein tiefgreifender struktureller Wandel: Mit dem Abbau "hoheitlicher" Planungsverfahren und den Übergang zu kooperativen Verfahren ("Public Private Partnership") ist eine Verlagerung von Planungstätigkeiten von der öffentlichen Hand zu privaten Organisationen (Investoren, Planungsbüros, intermediäre Organisatoren u.ä.) verbunden. Dies verändert nicht nur die Struktur des Stellenangebot, sondern auch - so die Ausgangsthese unserer Untersuchung - das Tätigkeitsspektrum sowie die geforderten Qualifikationen. Während der Stellenabbau im öffentlichen Dienst nach den bisherigen Erfahrungen die Beschäftigungsmöglichkeiten von Frauen tendenziell eher mindert, können die qualitativen Veränderungen im Tätigkeitsspektrum spezifischen Interessen und Neigungen von Frauen entgegen kommen. In dem Projekt wurden aktuelle Stellenanzeigen im Berufsspektrum der Raumplanung in der Tages- und Fachpresse hinsichtlich der angebotenen Tätigkeiten und der geforderten Qualifikationen analysiert.

Publikationen:
Ruth Becker, Steffani Engler, Shih-cheng Lien, Sabine Schäfer (2002): Warten auf Godot - eine Analyse des Promotionsgeschehens an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund. In: Christine Roloff (Hg.): Personalentwicklung, Geschlechtergerechtigkeit und Qualitätsmanagement an der Hochschule. Bielefeld, S. 116-143
Steffani Engler, Sabine Schäfer (2001): Wissenschaftliche Karrieren in der Raumplanung. Eine empirische Studie zur Herstellung von Geschlechtersymmetrien. Arbeitspapier des Fachgebiets Frauenforschung und Wohnungswesen in der Raumplanung, Universität Dortmund. Arbeitspapier
Shih-cheng Lien (2005): Analyse des Stellenangebots für RaumplanerInnen. Arbeitspapier


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